Monat: Februar 2012

Free-Music-Friday: Voyvoda

Aus Bulgarien kommt die Band, die ich zum heutigen Free-Music-Friday vorstelle, Voyvoda. In dieser Woche wurde ihr zweites Album mit dem Titel „Изток (Iztok)“ veröffentlicht. Pate stand dabei das deutsche Netlabel afmusic vom darkerradio-Chef Falk Merten, der hier mal wieder ein feines Gespür bewiesen hat. Die Bulgaren kommen mit einer Mischung aus Post-Punk, Cold Wave und heimatlichen Klängen daher, die zwar deutlich an die 1980er Jahre erinnert, aber kein bißchen angestaubt wirkt.

Die Texte werden beschrieben als „Geschichten über Hingabe, Respekt, Ehre, die Stärke der Liebe, Brudermord, Leid, Betrug, Hoffnung und Verzweiflung, ummantelt von einer lyrischen Struktur, die an eine bizarre Mischung aus Nick Cave, Johnny Cash oder Hristo Silyanov erinnert“ und haben einen starken historischen Bezug zu den Aufständen auf dem Balkan Anfang des 20. Jahrhunderts, was auch im Bandnamen zum Ausdruck kommt.

Neben den Alben sind auch eine Reihe von EPs erschienen, die die Band kostenlos zum Download bereitstellt: „Bunt EP“ und „Voden vs Edessa EP“ (2008), „A Year of Elegies“ und „Signs of The Endtimes“ (2010), sowie „The West is Dead“ (2011).

Voyvoda im Netz: Amazon | Bandcamp | Facebook | iTunes | Jamendo | Last.fm | Myspace | Reverbnation | Soundcloud

Stopp ACTA

Morgen ist der von der Piratenpartei und zahlreichen anderen Institutionen ausgerufenen ACTA-Aktionstag. In vielen deutschen Städten werden Demos stattfinden.

Damit jeder nochmal nachlesen und -hören kann, was es mit ACTA auf sich hat, auch um Freunde, Bekannte und Verwandte zu sensibilisieren, stelle ich hier nochmal die meiner Meinung nach besten Informationen zusammen.

Zunächst gibt es als Einführung das von Bruno Kramm (Das Ich, Danse Macabre) synchronisierte Video „Was ist ACTA„:

Die Süddeutsche Zeitung hat ein Interview mit Bruno veröffentlicht, in dem sich der Musiker und Labelchef zu den ACTA-Protesten und dem Urheberrecht im Allgemeinen äußert.

Michael Seemann hat einen Text für seine „nicht so netzpolitisch interessierten Freunde“ geschrieben, den er auch über Facebook verbreitet hat und der auch für Nicht-Nerds verständlich ist.

Die Digitale Gesellschaft hat schließlich eine Übersetzung der FAQ von EDRi (European Digital Rights) veröffentlicht sowie eine eigene Informationsseite über ACTA.

Es gibt auch eine Petition, die die Mitglieder des EU-Parlaments auffordert, die Ratifizierung von ACTA abzulehnen. Bisher haben über 2 Millionen Bürger aus ganz Europa unterzeichnet.

TV-Tipp: Metropolis

Am 09.02.2012 zeigt 3Sat um 21 Uhr den Stummfilm-Klassiker Metropolis in der 145-minütigen restaurierten Fassung mit neuer Musik.

Während die Arbeitermassen im Untergrund schuften, herrscht hoch über ihnen im Neuen Turm Babel Joh Fredersen über Metropolis, die Stadt der Zukunft. Johs Sohn Freder verliebt sich in die Arbeiterführerin Maria, taucht in die Welt der Arbeiter ein und beginnt mit ihnen zu sympathisieren. Gleichzeitig erschafft der Erfinder Rotwang einen stählernen Roboter, dem er auf Joh Fredersens Anweisung das Aussehen Marias gibt. Die falsche Maria wiegelt die Arbeiter auf, die ihre Maschinen verlassen und damit die Überflutung der Stadt auslösen. Erst durch den Einsatz von Freder und der „echten“ Maria kann Metropolis gerettet werden. Herr der Stadt und Arbeiter erkennen, dass „Hirn“ und „Hände“ zusammengehören.

Fritz Langs in den Babelsberger Filmstudios entstandener, monumentaler Science-Fiction-Film ist ein Klassiker der Filmgeschichte, den bis 2010 nur wenige Menschen in voller Länge zu sehen bekamen. Nachdem die ursprüngliche Fassung nach ihrer Premiere im Januar 1927 vier Monate erfolglos gelaufen war, zog die Ufa den Film zurück und brachte im Sommer 1927 eine um 25 Minuten gekürzte und umgeschnittene Fassung erneut ins Kino. Alle Kopien der Urfassung wurden vernichtet. Erst 2008 tauchte das seitdem als definitiv verschollen geltende Material in Argentinien wieder auf. Eine 16-mm-Kopie der kurz nach der Berliner Premiere im Januar 1927 für den argentinischen Markt erworbenen, ungekürzten Fassung hatte über Jahrzehnte hinweg in einem Filmmuseum in Buenos Aires geschlummert. Die fehlenden Szenen wurden in mühevoller Arbeit aufbereitet und in das überlieferte Filmmaterial eingefügt. So konnte die rekonstruierte Fassung 2010 auf der Berlinale Premiere feiern. Sie stellt nicht nur Fritz Langs Monumentalwerk endlich wieder her, sondern verändert auch die Handlung des Films. So erklärt sie, dass Joh Fredersen dem Erfinder Rotwang einst die Frau ausspannte. Rotwangs Mensch-Maschine, die Rotwang eigentlich die verlorene Frau wiedergeben sollte, wird damit als aufrührerische Maria zum Racheakt eines verletzten Liebenden.

(Foto: CC Metropolis Mashup von runran.)