Kempa-Rückhand-Tor von Lasse Boesen
Ein schönes Kempa-Rückhand-Tor von Lasse Boesen (SG Flensburg-Handewitt) aus dem Spiel gegen den TSV Dormagen (14.10.2008):
Schlagwort: Handball
Ein schönes Kempa-Rückhand-Tor von Lasse Boesen (SG Flensburg-Handewitt) aus dem Spiel gegen den TSV Dormagen (14.10.2008):
God created a few perfect people, the rest are right-handed. (Unbekannter Verfasser)
Ich bin gern Linkshänder. Natürlich stößt man im täglichen Leben auf vielfältige Schwierigkeiten, von denen Rechtshänder nicht mal ansatzweise etwas ahnen können, aber als Linkshänder lernt man, sich damit zu arrangieren. Gezwungenermaßen. Klassiker sind z. B. ergonomisch angepaßte Scheren, die natürlich nur an die rechte Hand ergonomisch angepaßt sind, oder Sparschäler, die man nur mit der rechten Hand benutzen kann. Da heißt es dann blitzschnell umdenken und die rechte Hand benutzen, versuchen, doch mit links zu schälen oder gleich geschälte Kartoffeln im Glas kaufen. Ich versuche es immer wieder mit rechts und verletzte mich dabei regelmäßig. Vielleicht sollte ich ins Emo-Lager wechseln und fortan genießen, wie die Haut auseinander klafft und das warme Blut pulsierend aus der Wunde strömt…
Man kann aber auch Nachteile zum Vorteil wandeln. Ich mag es zum Beispiel nicht, auf einer Mukker-Party eine spontane Jam-Session mitzumachen. Das liegt einerseits daran, dass ich kein großes Improvisationstalent bin und mir andererseits selbst Klassiker der Musikgeschichte nicht merken kann. Viele dieser Klassiker möchte ich auch überhaupt nicht spielen können, aber das ist ein anderes Thema. Mit Erfolg verwende ich daher die Ausrede, ich würde ja gern mitspielen, es wäre aber keine Gitarre für Linkshänder vorhanden (denn meine lasse ich selbstverständlich gern zuhause). In Wirklichkeit ist es aber so, dass ich durchaus auf einer Rechtshändergitarre spielen kann. Ich halte sie links herum und spiele die Feld-, Wald- und Wiesenakkorde entsprechend, Barré-Griffe sowieso. Vielleicht sollte ich davon mal ein Video machen, aber dazu fehlt mir noch ein Quantum Selbstdarstellungsdrang.
Mein anderes Hobby Handball ist die einzige Sportart, bei der Linkshänder und Rechtshänder gleichermaßen wichtig sind. Da es aber weniger Linkshänder in der Bevölkerung gibt (nur etwa 10%), sind diese sehr begehrt und haben gerade in den unteren Ligen Seltenheitswert. In meiner Mannschaft herrscht mit 4 Linkshändern, einer davon unser Trainer, der pure Luxus. In der letzten Saison waren wir sogar 5 Linkshänder.
Jetzt muß ich aber langsam die Linkskurve kriegen, denn worauf ich hinaus möchte, ist die Studie der Universitat von Abertay Dundee (England), nach der Linkshänder gehemmter sind als Rechtshänder:
Verhaltensforscher vermuten, dass die Tendenz, eher zögerlich oder impulsiv zu handeln, unterschiedlichen Hirnhälften zugeordnet ist. Die Ergebnisse könnten daher auf diese unterschiedliche Verschaltung zurückzuführen sein, erklärt Studienleiterin Lynn Wright, die selbst Linkshänderin ist. Während bei Rechtshändern eher die linke Hirnhälfte dominant ist, ist es bei Linkshändern eher die rechte, die negative Gefühle zu verarbeiten scheint. (Zitat: Wissenschaft.de)
Allerdings sei dieses Phänomen bei linkshändischen Frauen noch ausgeprägter. Bin ich froh, dass ich ein Mann bin, sonst wäre wohl tatsächlich ein Emo-Mädchen geworden. Denn in der Tat kann ich die Studie aus eigener Sicht bestätigen, ich würde mich auch eher als zurückhaltend, fast ängstlich bezeichnen. Deshalb spiele ich auf Mukker-Partys auch nicht gern „Smoke on the water“ mit, wenn ich mich verspiele, lachen bestimmt alle.
Irgendwann zeige ich es allen und mache ein Video, wie ich auf einer Rechtshändergitarre „Stairway to heaven“ spiele – vom Blatt versteht sich.

Foto: Photocase
Auch im 5. Spiel der Saison konnten wir als Sieger von der Platte gehen. Gegen die SG Flensburg-Handewitt V um Tim Petersen (letzte Saison noch Landesliga) gewannen wir mit 22:13 (13:8). Ich konnte leider in etwas über 10 Minuten Spielzeit in der Schlußphase nichts Zählbares beisteuern, blieb aber weitgehend fehlerfrei.
Nach einem Viertel der Saison sind wir also unangefochtener Spitzenreiter der Kreisklasse A Flensburg, aber einige schwere Brocken haben wir noch vor uns. Zum Beispiel gleich am Freitag das ungeliebte Auswärtsspiel beim TSV Nord Harrislee II mit der undankbaren Anwurfzeit 20.30 Uhr und mit ohne Wachs.

Foto: Photocase
Als bloggender Handballer muß ich mal wieder über Handball bloggen. Am Sonntag hatten wir ein Nachholspiel in der Flensburger „Idrætshallen“ (dänisch für Sporthalle) gegen IF Stjernen Flensborg III. Das Ergebnis war mit 28:16 (11:9) am Ende eindeutig für uns und bescherte uns die Tabellenführung in der Kreisklasse A. In dem Spiel gab es für mich ein Novum, ich kassierte meine erste Zeitstrafe in meiner noch jungen Handballkarriere! Dabei war ich noch nicht mal der Übeltäter gewesen, sondern mein Mannschaftskamerad Nils, doch das war noch eine vergleichsweise harmlose Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Nils revanchierte sich später aber mit einem tollen Pass beim Tempogegenstoß, den ich für mein erstes Saisontor nutzen konnte. So schnell ist man im Handball quitt. 🙂
Als Fan der SG Flensburg-Handewitt bin ich immer ein wenig hin- und hergerissen, wenn es um Turniere geht, bei denen die Nationalmannschaften aus Deutschland und Dänemark aufeinander treffen. Nicht umsonst wird der nördlichste Bundesligist schon mal als „SG Dänemark“ verballhornt und ich bange lieber mit den dänischen SG-Profis als mit Klein und Zeitz vom „Klassenfeind“ THW Kiel. Bei Olympia war dieses Aufeinandertreffen für den heutigen letzten Spieltag der Vorrunde vorgesehen. Die Ausgangslage war für die Teams grundverschieden: Die Jungs von Heiner Brand konnten mit einem Sieg Gruppenerster werden und sogar ein Unentscheiden würde für das Weiterkommen reichen. Die Dänen hatten sich im Turnierverlauf bereits 2 Unentschieden und eine Niederlage erlaubt und mußten den Weltmeister unbedingt besiegen, um das Ticket für das Viertelfinale zu lösen. Und so kam es denn auch, beim 27:21 (15:12) war es ausgerechnet der Neu-Flensburger Lasse Boesen, der mit 8 Toren das Schicksal der DHB-Mannschaft besiegelte. Nun kann ich ganz entspannt den Dänen die Daumen halten, die am Mittwoch auf den Olympiasieger von 2004, Kroatien, treffen.