Thank Goth It’s Friday!
No More – Stardust Youth (2015)
(Das Artikelbild basiert auf „Alarmed!“ von Howard Dickens, Bearbeitung von Michael Schmidt, CC by-sa)
Schlagwort: Post-Punk
No More – Stardust Youth (2015)
(Das Artikelbild basiert auf „Alarmed!“ von Howard Dickens, Bearbeitung von Michael Schmidt, CC by-sa)
Ich habe es ja schon immer gesagt, die deutsche Gothic-Szene lebt. Und auch wenn man ein wenig an der Oberfläche herumkratzt, kommen viele gute Bands zu Tage, die sich unter dem Radar der einschlägigen Szene-Magazine treue Fans erspielt haben. Und dank der heute veröffentlichten Compilation mit dem Titel „German Gothic Isn’t Dead“ werden garantiert noch einige hinzu kommen. Axel Meßinger hat für das jüngste Werk aus seiner Reihe „At Sea Compilations“ 30 Bands aus den Genres Gothic-Rock, Gothic-Metal, Dark-Punk, Wave und Electronic zusammengetragen und damit auch mir neuen Input gegeben.
Ich hätte gern über jede einzelne Band etwas geschrieben, doch das hätte die Freischaltung dieses Beitrages arg verzögert. Einige der Bands sind aber bereits in diesem Weblog aufgetaucht, in den Rubriken Thank Goth It’s Friday, Free-Music-Friday oder zwischendurch. Ich freue mich auch besonders, dass einige meiner Lieblingslieder enthalten sind, zu nennen sind da „Earth We Walk Upon“ von Salvation AMP, „Tell Me“ von Inmost Silence, natürlich „Visions“ von Aeon Sable und „NYX“ von LisaWars.
Begeistert bin ich darüber, dass Axel ein Projekt aus meiner Region quasi ausgegraben hat, nämlich Shadowplay. Dahinter steckt Michael Scholz, der Shadowplay bereits seit 1984 als Solo-Projekt betreibt und darüber hinaus in den Achtzigern mit seinen Bands Taste Of Decay (1984-1987) und Garden Of Pleasures (1987-1989) schon sowas wie eine lokale Szenegröße war. Ein wahres Gothic-Urgestein also, das die Compilation mit „Out Of Control“ musikalisch würdevoll eröffnen darf.
Der Download der 140 Minuten langen Compilation ist kostenlos möglich (Direktdownload). Bei Bandcamp kann man auch einen beliebigen Betrag spenden.
Der Sommer steht vor der Tür, in zwei Tagen ist Sommeranfang. Da passt es doch sehr gut, dass mir eine Band mit dem Namen Summer über den Weg gelaufen ist. Es gibt sicherlich noch eine ganze Reihe von Bands mit diesem Namen, diese kommt aus Frankreich und macht Musik, die so gar nicht sommerlich klingt. Vielmehr erwartet Euch eine Minimal-Indie-Wave-Punk-Alternative-Melange des Pariser Trios, das bereits 2001 die erste EP herausbrachte, die nun via Bandcamp quasi „re-released“ wurde. „Parler à tous ces gens“ heißt das gute Stück, das klingt, als ob es direkt aus den Achtzigern abgeholt wurde.
Die nachfolgenden EPs „Comme dans Vertigo“ (2003) und „Luna Park“ (2006) sind leider (noch?) nicht wieder veröffentlicht worden, nur 2 Songs bzw. 1 Song sind auf der Internetseite anzuhören. „RDV Drague“ (2010), Kimy EP (2011), „French Manucure“ (2013) und „Laura Gemser EP“ (2015) sind die weiteren Veröffentlichungen auf Bandcamp. Alle stehen unter der Lizenz CC by-nc-sa und versprühen einen Retro-Charme im Geiste der 80er-Jahre-Cold-Wave-Strömung, deren Wiege schließlich auch in Frankreich stand und die seit einigen Jahren eine kleine und leider von der breiten Massen unbemerkte Renaissance erlebt. Mit gefällt es sehr gut und ich hoffe, dem einen oder anderen von Euch auch.
Summer im Netz: Bandcamp | Facebook | Soundcloud | YouTube
She Past Away – Uzakta (2015)
(Das Artikelbild basiert auf „Alarmed!“ von Howard Dickens, Bearbeitung von Michael Schmidt, CC by-sa)
Denise (Schlagzeug, Gesang) und Guillaume (Gitarre, Gesang) haben sich mit Guns’n’Gänseblümchen einen Bandnamen gegeben, der auffällt, aber auch falsche Schlüsse zulässt. Die beiden sind nämlich weder eine Coverband von Axl Rose, Slash und Co., noch eine Funpunk- oder Comedyband. Mit ihrer schmalen Besetzung – White Stripes lassen grüßen – geht es schon laut zu Wege, aber auch ruhige Töne beherrschen Denise aus Göttingen und Guillaume aus Le Mans, die sich auf einer gemeinsamen Tour ihrer Hauptbands Monnocle und Slux kennenlernten.
Die Tage ist ihr erstes Album Glows als digitaler Download erschienen, nachdem 2013 bereits die Wonder Wheel EP veröffentlicht wurde (beide unter CC by-nc-sa).
Solider Indie-Rock mit Ausflügen in Punk-Rock und Post-Punk erwartet uns, immer mit lärmenden Gitarren und treibendem Schlagzeug aber teilweise poppigen Melodien. Dazu gibt es mal weiblichen, mal männlichen Gesang. Insgesamt eine Mischung, die mir sehr gut gefällt. Hört mal rein: