Der Verein Musikpiraten e. V. hat das Projekt „Creative Commons-lizenzierte Notenblätter für Advents- und Weihnachtslieder gesucht“ (ich berichtete) erfolgreich abgeschlossen und das Ergebnis in verschiedenen Version online gestellt.
Das Liederbuch enhält in der Version 0.2 30 Advents- und Weichnachtslieder. Es ist CC-BY-SA lizenziert, darf also verändert und kommerziell genutzt werden, solange als Urheber „Christian Hufgard“ genannt wird.
Mein „Lohn“ für die Mitarbeit in der Jury des Free! Music! Contest 2010, ein schickes T-Shirt und 2 Exemplare des Samplers „Freeloaded„.
Vielen Dank an Christian Hufgard vom Verein Musikpiraten e.V., der den Contest organisiert hat. Die Doppel-CD „Freeloaded“ kann dort bestellt werden, zum Download gibt es verschiedene Versionen:
Das Ergebnis des Free! Music! Contest 2010 ist da, in Gestalt einer Doppel-CD mit 36 Songs! Darunter sind Beiträge von bekannten Bands, die ich auch schon im Rahmen meines Free-Music-Fridays vorgestellt habe, nämlich Botany Bay, Zoe.Leela und Shearer. Natürlich sind nicht alle Songs mein Fall, aber der Sampler läßt sich gut hören und mit einigen Künstlern werde ich mich moch intensiver beschäftigen.
Ich möchte hier im Blog eine neue wiederkehrende Serie starten, zufälligerweise wie „Thank Goth It’s Friday!“ auch freitags: Den „Free Music Friday„.
Die Idee entstand, als ich an einem vergangenen Freitag bei blip.fm nur freie Musik gepostet habe und die Blips mit „#freemusicfriday“ markierte. Ich werde in dieser ersten Ausgabe ein wenig ausholen, damit jeder weiß, was mit „Free Music“ gemeint ist. (Wem das nicht neu ist, kann gleich zum Musiktipp der Woche springen.)
Als „Free Music“ oder „Open Music“ bezeichnet man im Allgemeinen Musik, die unter einer „Creative Commons„-Lizenz veröffentlicht wurde. „by-nc-nd“ ist eine verbreitete Lizenz, sie steht für „Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung“ und hat den Effekt, dass diese Werke nicht nur kostenlos heruntergeladen werden können, sondern dass auch die Weitergabe unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist. Dadurch kann eine Band ihren Bekanntheitsgrad steigern und so an Konzerte kommen, die gut besucht sind und über die Tickets und Verkauf von Merchandising-Artikel, z. B. CDs, Geld in die Bandkasse spülen.
Das ist natürlich graue Theorie, aber der klassische Weg, dass eine unbekannte Band von einer Plattenfirma unter Vertrag genommen wird, ist von jeher sehr steinig und auch kein Garant dafür, von seiner Musik leben zu können. Dank der modernen Technik ist es aber auch viel einfacher geworden, seine Musik selbst zu produzieren und zu vermarkten, als „Nebenerwerbs-Musiker“ braucht man keinen Verlag und kein Label. Wobei, Labels gibt es auch in der CC-Welt, z. B. afmusic und aaahh-records. Diese Netlabels haben sich zur Aufgabe gemacht, unbekannte Künstler zu fördern und ihre Musik zu verbreiten, afmusic hat dazu sogar mit darkerradio ein Netradio zur Seite stehen. Dort werden auch monatlich die „Free Music Charts“ nach Hörervoting zusammengestellt und an jedem 3. Montag im Monat in einer Sendung vorgestellt, die auch nachträglich noch als Podcast zur Verfügung steht.
Das soll erstmal als Einleitung genügen, wichtig ist für Konsumenten, ihr könnt euch bei Jamendo oder Bandcamp CC-Musik kostenlos herunterladen und auch gefahrlos weitergeben, aber denkt bitte auch an die Künstler und geht zu deren Konzerten oder spendet einen angemessenen Betrag, wenn euch ein Album so richtig vom Stuhl reißt. In dem Fall könnt ihr auch eine CD kaufen, wenn das angeboten wird. Für Musiker ist wichtig, ihr könnt eure Musik in der CC-Community bekannt machen und wer sich eure Musik kostenlos heruntergeladen hat, der kauft vielleicht auch eine CD, weil er das schöner findet oder besucht ein Konzert von euch. Es gibt mittlerweile auch eine Reihe von Veranstaltungen für CC-Musik, wie etwa Cologne Commons oder Open Music Contest. Auch aus der Piratenpartei hat sich ein Verein gegründet, der freie Musik fördern will, die Musikpiraten. Dort findet ihr auch weitere Informationen zum Thema. Ich werde in dieser Reihe jede Woche eine Band vorstellen, die ihre Musik unter einer CC-Lizenz herausgebracht hat, in der Hoffnung, zur Popularität dieser Bands beitragen zu können. Den Anfang macht:
Botany Bay habe ich im August 2009 kennengelernt, als Stephan Kleinert (Instrumente und Gesang) und Laura Dietrich (Gesang und Keyboards) mit ihrer Single „Old Men With Ballpoint Pens“ eine Wahlempfehlung für die Piratenpartei aussprachen. (Das Lied ist ja mittlerweile wieder aktuell geworden.) Da hatten sie schon das Album „Grounded“ (2007) und die EP „I’ll Send A Postcard When I’m There“ (2009) veröffentlicht. Ihre Musik wird als Welt-Musik, gepaart mit experimentellem Pop und Rock, garniert mit klassischen Elementen, beschrieben. Auf jeden Fall sehr vielschichtig und abwechslungsreich.
Mit der Single „Voices“ haben Botany Bay erfolgreich am letztjährigen Free Music Contest teilgenommen
Leider hat die herausragende Stimme von Laura Dietrich die Band Ende 2009 verlassen, sie wandelt jetzt als Laura Dee auf Solo-Pfaden. Das bereits vorhandene Material haben Botany Bay Anfang März 2010 als EP „Stupid Summer Dreams“ veröffentlicht ein würdiger Abschluß der Ära „Stephan und Laura“, mein Favorit ist das treibende „Death In The Afternoon“.
Stephan wird im Frühjahr eine neue Sängerin präsentieren, ein neues Album ist für 2011 geplant.
Da Musik machen ein teures Hobby ist, das weiß ich aus eigener Erfahrung, spendet bitte Geld an Botany Bay und andere Bands, die euch gefallen, oder kauft die CDs oder T-Shirts:
Gerade Botany Bay haben mit der Zahlungsmoral der Hörer schlechte Erfahrungen gemacht, wie Stephan im Interview mit den Musikpiraten berichtete:
„Nach zwei Jahren und über 20.000 Downloads haben wir genau 10 Euro an Spenden eingenommen, und zwar von ganz genau einer einzigen Person.“
Man mag sich gar nicht vorstellen, jeder 2. Downloader hätte nur einen Euro gespendet oder jeder 10. den üblichen Albumpreis.
Übrigens sind Botany Bay unter den Neuvorstellungen für die Free Music Charts auf darkerradio vertreten, der Song „Take Cover“ kann noch bis zum 19.04.2010 in die April-Charts gewählt werden.
Noch 11 Tage bis zu dem Tag, an dem (vielleicht) Geschichte geschrieben wird. Wie andere Parteien auch, wird die Piratenpartei Wahlpartys veranstalten, in Schleswig-Holstein wird sie Kiel stattfinden.
Dabei wird bestimmt auch Musik „vom Plattenteller“ gespielt und damit es nicht wieder zu Zahlungen an die GEMA kommt, wie jüngst bei der „Freiheit statt Angst“-Demo, möchte ich auf Musik hinweisen, die einen Piraten-Bezug hat und unter der Creative Commons lizensiert ist. (Ungefähr in der Reihenfolge ihres Erscheinens.)
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Ich hatte schon im Beitrag über Botany Bay geschrieben, dass wir Piraten den Musikern, die uns unterstützen, diese Unterstützung auch zurückgeben müssen (sollten), und wenn es nur dadurch ist, dass wir sie bekannter machen.
Also, liebe Wahlparty-DJs, bevor wieder Geld an Christian Bruhn und Kollegen überwiesen wird, unterstützt lieber die CC-Künstler. (To do: Klären, ob eine Wahlparty unter kommerzielle Nutzung im Sinne der Creative Commons fällt.)
Hier ist noch ein schöner Song von „Long John Silver & Jack Sparrow“, leider habe ich kein einbindbares MP3-File gefunden, daher als Video: