Schlagwort: Open Music

Free-Music-Friday: The Cold Rush

Im Grunde paßt meine heutige Empfehlung nicht in das enge Korsett des Free-Music-Fridays, das ich mir selbst angelegt hatte. Doch die Musik hat mich einfach zu sehr begeistert, als dass ich sie euch vorenthalten könnte. Zum Glück habe ich auch noch ein Hintertürchen entdeckt.

The Cold Rush stammt aus dem Umkreis der bekannten Berliner Band Staubkind und startete als Soloprojekt des ehemaliger Gitarrist Rico Meerheim im Jahre 2003. Seit 2006 ist daraus eine richtige Band geworden, in der neben Meerheim auch Grit Vahlpahl (Gesang), Sebastian Scheibe (Bass) und Marko Kubitz (Drums) mitwirken. Sebastian Scheibe ist ebenfalls bei Staubkind tätig.

Das Quartett bewegt sich zwischen Alternative und Gothic Rock, Nu Metal, Industrial und NDH. Der weibliche Hauptgesang gefällt mir dabei sogar besser als bei den Guano Apes, mit denen die Band gern verglichen wird. 2008 erschien das Debütalbum Zerotonin, das auch, und nun gehen wir durch die Hintertür, bei Jamendo unter Creative Commons BY-NC-ND zum kostenlosen Download angeboten wurde. Leider wurden 10 Titel mittlerweile depubliziert und nur noch 3 Lieder sind bei Jamendo übrig geblieben. Das komplette Album kann zwar noch bei Last.fm kostenlos heruntergeladen werden, aber die CC-Lizensierung fehlt dort.

2010 schlossen sie sich dem Label Codeline Records an und brachten die Maxi „Love Virus“ heraus. Wegen anschließender Differenzen zwischen Band und Label erschien das zweite Album „Forward Machine“ allerdings wieder in Eigenregie, zwar nicht unter Creative Commons, aber auch als kostenloser Download. Free as in beer, not as in speech. Alle drei Werke können auch als CD direkt über die Band bestellt werden.

The Cold Rush im Netz: Facebook | Jamendo | Last.fm | Myspace | YouTube

Free-Music-Friday: Burning House

Nach den „Bomben für den Frieden“ vom letzten Freitag gibt es heute ein Burning House. So nennt sich ein Trio aus dem englischen Southampton, das am 10.09.2013 ihre gleichnamige EP beim italienischen Netlabel Deep Lake Records unter Creative Commons by-sa veröffentlicht hat.

Shoegaze hatte ich lange nicht mehr und genau damit können Burning House dienen. Der Opener „Mirror Song“ bringt zudem eine nicht nur dezent psychedelische Note mit. In „Mimosa“ verbreitet sich dann eine getragene melancholische Stimmung, die die folgenden Lieder „Languor„, „Love’s Casket“ und „13 Moons“ überdauert. Letzteres ist übrigens mein persönlicher Favorit, weil es nach wunderschön getragenen 3:40 Minuten Fahrt aufnimmt und die EP zu einem schwungvollen Ende führt.

Neben dem kostenlosen Download der EP bietet Deep Lake Records auch eine CD-Ausgabe an, die für 6 € inkl. europaweitem Versand erhältlich ist. Die Band selbst hat auf ihrer Bandcamp-Seite noch ein 2-Track-Demo sowie die 3-Track-EP II zum kosenlosen Download verfügbar gemacht, allerdings ohne CC-Lizenz.

Burning House im Netz: Bandcamp | Facebook | Last.fm | Soundcloud

Free-Music-Friday: Borrachos

Wie ihr sicher wisst, erscheinen meine Beiträge zum Free-Music-Friday auch bei den Musikpiraten. Heute kann ich aber mal wieder einen Gastbeitrag von Christian Hufgard, 1. Vorsitzender des Vereins Musikpiraten e. V., präsentieren:

Endlich ein neues „Album des Monats„. Nicht dass Duck on Cover von Shearer ein schlechtes wäre – ganz im Gegenteil. Aber nach vier Monaten wird es Zeit für Abwechselung. Den Free! Music! Sampler 2013 vorstellen wäre auch irgendwie geschummelt. Und genau im passenden Moment trudelt eine Mail von den Borrachos ein. Deren neues Album ist am 11. September veröffentlicht worden. Als schauen wir uns es doch gleich mal an. Das geht, weil es für den Titelsong „Bomben für den Frieden“ ein Video gibt:

Musikalisch ist „Bomben für den Frieden“ vielfältig. Es gibt klassische Punksongs in 1:10 Minuten Länge mit dezenter Kritik an der Kommerzialisierung des Punks und der allgegenwärtigen Besserwisserei im Internet („Nennt es wie ihr wollt„) oder Kritk an Facebook (1:13 Minuten, „Botzfook„). „Billy“ ist Lagerfeuer-Style mit Akkustikguitarre. „Beef im Westen“ klingt nicht nur ein wenig an Grönemeyer, der Song richtet sich auch ganz klar an den deutschen Superstar. „Ritt zu dritt“ und „I don’t know you but I fucking hate you“ gehören zu den Songs, die man nicht auf der Arbeit hören sollte. Und wenn doch, sollte man auf keinen Fall mitsingen. Ansonsten gibt es noch viel Punkrock. Neben dem Titelsong „Bomben für den Frieden“ wäre da vor allem „Che Guevara“ zu nennen, denn dieser Song ist auch auf dem Free! Music! Sampler 2013.

Unterm Strich ist das Album eine runde Sache. Es sei denn, man steht auf 0815-Punkrock. Hier nochmal der Link zum Download: www.punkrock-download.de. Alle Songs sind unter CC-BY-NC-SA veröffentlicht. Eine kommerzielle Nutzung ist ohne Zustimmung der Band nicht erlaubt. Die Songs dürfen aber verändert werden, solange der Remix unter der gleichen Lizenz veröffentlicht wird.

Die nächsten Gelegenheit, die Jungs aus Mönchengladbach live zu sehen gibt es am Abend vor der Bundestagswahl am 21. September 2013 in Korschenbroich im Katho, Adolph-Kolping-Str. 2, und in Darmstadt am 4. Oktober 2013 in der Oetinger Villa, Kranichsteiner Str. 81.

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Free-Music-Friday: Panic.0

Ein Absatz aus der Selbstdarstellung der Band Panic.0 („Panic Zero“) hat mir gefallen: „Wir werden dich nicht mit der selben alten Geschichte von vier Jungs langweilen, die ganz unterschiedliche Musikgeschmäcker haben und sie zu einem ganz eigenen, grossartigen Stil vermischen. Wir tun es nicht, denn du wirst es bald selbst herausfinden.“ Naja, so ganz neu ist das zwar nicht, was uns die vier Italiener darbieten, aber klappern gehört nun mal zum Handwerk und darauf verstehen sie sich durchaus.

Beleg dafür ist das Debüt-Album von Panic.0 mit dem Titel „Panic„, welches im März diesen Jahres in Eigenregie unter der „Creative Commons“-Lizenz BY-NC-ND veröffentlicht wurde:

Lorenzo Baldassari (Gesang), Michele Ghilardi (Gitarre), Simone Ghilardi (Bass) und Giacomo Domenici (Drums) musizieren seit 2008 gemeinsam und zeigen ihr Können in 10 dynamischen Metal-Stücken, die zwischen Nu Metal, Metalcore und Progressive Metal beheimatet sind. Fans von Bands wie Korn, Meshuggah, Slipknot oder Incubus werden sich sofort zurecht finden. Aber auch wer wie ich nicht permanent härtesten Metal hört, kann durchaus mal ein Ohr riskieren, es lohnt sich und ist völlig kosten- und risikolos.

Für 10 Euro kann man „Panic“ bei Bandcamp als CD im Digipak erstehen und auch der Download kann mit einem selbst gewählten Betrag honoriert werden.

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Free-Music-Friday: Farblos

Es passiert mir nicht zum ersten Mal, dass ich Musik, die ich im Grunde schon längst kennen müßte, durch Zufall erst entdecken muß. Jüngstes Beispiel ist farblos, das Projekt von Florian von Karnstein, mit dem ich mich auch schon über Musik ausgetauscht habe. Dass er allerdings auch seine Demo-Aufnahmen unter Creative Commons gestellt hat, habe ich erst kürzlich entdeckt. Mea Culpa!

Florian ist wie ich ein glühender Verehrer des Dark-Wave und Gothic-Rock der Achtziger und frühen Neunziger Jahre und spinnt den dunklen Faden fort. Sein erstes Werk war der Song „Winterherz“, den er allein mit Synthesizern und Bass-Gitarre aufnahm. Seit dem sind insgesamt sechs Lieder im Heimstudio entstanden, die zum Teil auf Compilations wie „Dark Feather“ oder „Gothic Magazine“ erschienen sind und in remasterter Form auch über Bandcamp erhältlich sind.

Den schönen Brauch, aus Klassikern der Musikgeschichte fast noch schönere Szenehits zu machen, ich denke da z. B. an „Telegram Sam“ von Bauhaus und „Dear Prudence“ von Siouxsie and the Banshees, führt farblos auch fort, mit einer Coverversion von „Hazy Shade Of Winter„, im Original von Simon & Garfunkel.

Zur Zeit arbeitet farblos am ersten Album, ich bin sehr gespannt, was Florian noch aus dem Hut zaubern wird, vom Stil her, was die Arrangements und die Interpretation angeht, bin ich schon sehr angetan. Des weiteren werden Musiker gesucht, um aus dem Solo-Projekt farblos eine richtige Band machen, damit die Songs auch live präsentiert werden können.

Wer mehr über farblos erfahren möchte, den darf ich auf ein Interview verweisen, das Florian im Juli 2013 dem Webzine Sakona gegeben hat.

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