IN – Im Notfall

Als ich bei Spreeblick erfahren habe, dass es ein Feuerwehr-Weblog gibt, hatte ich an meinen Mannschaftskameraden Thore gedacht, der ist bei der Berufsfeuerwehr Flensburg (ich glaube auch Webmaster) und hat einen Veranstaltungskalender für Feuerwehren gemacht (unter Fire-Event.net, ist aber momentan nicht erreichbar). Er hat aber nichts mit der Sache zu tun. Es geht um diesen Beitrag im Feuerwehr-Weblog, der eine aus England stammende Initiative auch bei uns publik machen möchte.

Sie beruht darauf, dass inzwischen (fast) jedermann ein Handy hat, aber keine Notfalldaten mit sich führt, insbesondere wen die Rettungsdienste im Notfall kontaktieren sollen. Dies dient nicht nur zur reinen Information – es ist natürlich von Vorteil wenn die Angehörigen frühzeitig unterrichtet werden – sondern auch dazu, eventuelle Krankenhistorien, Behandlungen, Unverträglichkeiten usw. zu erfahren und somit eine optimale und evtl. Lebensrettende Versorgung anbieten zu können.

Jeder, der ein Handy hat, soll seinen Notfallkontakt mit einem IN (für „im Notfall“) vorweg in seinem Adressbuch abspeichern, so dass die Rettungskräfte diesen schnell finden und kontaktieren können. Es gibt auch eine Webseite dazu.

Ich habe sogar ein Beispiel, dass ich persönlich so erlebt habe:

Hamburg, 2. Mai 2004: die SG Flensburg-Handewitt hatte gerade zum 2. Mal in Folge den DHB-Pokal gewonnen und ich war mit meiner Freundin auf dem Heimweg. Vorher kehrten wir aber noch bei einem amerikanischen Schnellrestaurant ein, um uns zu stärken. Kaum auf der Autobahn stellten wir fest, dass Sandra ihre Handtasche vergessen hatte. Also an der nächsten Ausfahrt raus und wieder zurück nach Hamburg. Im Schnellrestaurant stand die Tasche nicht dort, wo wir gesessen hatten, das Personal konnte uns auch nicht helfen, die Tasche wurde nicht abgegeben. Auf der Rückfahrt ließ Sandra ihre SIM–Karte erstmal sperren, denn wir hatten keine Hoffnung, Tasche und/oder Inhalt jemals wieder zu sehen.

Was wir nicht wußten (weil meine Handynummer nicht unter „IN Micha“ in Sandras Handy gespeichert war): die Tasche hatte ein pakistanisches Ehepaar gefunden und zur Polizeistation Stellingen gebracht. Dort fand der Beamter das Handy und überlegte, wen er informieren könnte. Er entschied sich für „Papa“, nicht wissend, dass dieser in der entgegengesetzten Richtung wohnt. Was mag in einem vorgehen, wenn man einen Anruf der Polizeistation Stellingen bekommt, in dem der nette Polizeibeamte mitteilt: „wir haben die Tasche ihrer Tochter gefunden, machen sie sich keine Sorgen, wissen sie, wo wir ihre Tochter erreichen können?“ Leider hatte Sandras Papa meine Handynummer nicht, konnte aber die Festnetznummer nennen und so fanden wir zwei Nachrichten vor, als wir zuhause ankamen, einmal die Polizeistation Stellingen und Sandras Papa. Am nächsten Tag sind wir dann noch einmal nach Hamburg gefahren und haben die Tasche abgeholt, es war noch alles da.

Hätte Sandra damals schon meine Handynummer unter „IN Micha“ in ihrem Handy eingespeichert gehabt, hätte der Polizist uns im Auto erreicht und wir hätten nicht ganz soweit fahren müssen. Für’s nächste Mal sind wir gerüstet.

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