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Free-Music-Friday: Ghostfog

Ghostfog meldete sich im Oktober mit seinem zweiten Album zurück, dass die Fortsetzung des Debüts „Frightnights [under haunted stars] – bad night stories by Seetha Rao“ bildet und folgerichtig mit „Frightnights [under haunted stars] II (Bad Night Stories by Seetha Rao“ betitelt ist.

In 12 Episoden besingt die Mainzer Sängerin Seetha Rao erneut ihre „Bad Night Stories“, in denen sie ihre persönlichen Erlebnisse und Alpträume verarbeitet. Begleitet wird sie von den Dark-Electro-Klängen des Soundtüftlers Ghostfog, die von atmosphärischem Synth-Wave bis zu harten Industrial-Sounds variieren.

Frightnights [under haunted stars] II (Bad Night Stories by Seetha Rao“ ist unter Creative Commons BY-NC-SA erschienen, eine kostenlose MP3-Ausgabe mit 192 kb gibt es beim Netlabel afmusic und Archive.org, dort auch als ogg-Dateien.

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Free-Music-Friday: CoEx

Klaus Vormehr ist Jahrgang 1956 und gebürtiger Frankfurter. Allerdings zog es ihn schon Anfang der 80er Jahre von Hessen ins beschauliche Irland. Dort entwickelte er seine Liebe zur elektronischen Musik und betätigte sich als Toningenieur und Percussionist für Dead Can Dance und Elijah’s Mantle. Unter dem Projektnamen CoEx brachte er zudem zwei Alben heraus, „Synæsthesia“ (1994) und „Ascents Meteora“ (1996), die sich zwischen den Genres Ambient, Neo-Classic und Weltmusik bewegten.

Nach vielen Jahren als Musiklehrer hat er 2008 mit den Arbeiten an seinem dritten Album begonne, das nun mit „No Babble“ beim deuschen Netlabel tonAtom unter der Lizenz CC BY-NC-ND erschienen ist. Auch 16 Jahre nach dem Vorgängeralbum ist Klaus Vormehr seiner Linie treu geblieben, unterschiedliche elektronische Stilrichtungen zu vermischen und mit akustischen Instrumenten zu garnieren. So wird er bei einigen Songs von Claudia Schwab an der Violine und Peter Crann an den Percussions unterstützt. Auf Gesang wird allerdings gänzlich verzichtet.

Wer Gefallen an ruhiger elektronischer Musik findet, der wird an „No Babble“ seine Freude haben.

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Free-Music-Friday: Cold Flesh Colony

Vor gut einem Monat, am 20. September 2012, veröffentlichte das Netlabel Zorch Factory Records das Album „Cold White Light“ (CC by-nc-nd) des östereichischen Ein-Mann-Projektes Cold Flesh Colony.

Der junge Wiener Dieter Lonsing aka Leibregime ist unter diesem Namen seit 2005 musikalisch tätig und hat mit „Cold White Light“ sein fünftes Album produziert. Auch der Vorgänger „The Dark Passenger“ ist bei Zorch Factory Records erscheinen.

Cold Flesh Colony verbindet „klassische“ Industrial-Klänge mit 16-Bit, Dark-Ambient, Trip-Hop Rock- und sogar Metal-Anleihen, so dass eine sehr experimentelle düstere Endzeit-Atmosphäre entsteht. Ich fühlte mich vom Rhythmus oft an Laibach erinnert, aber als seinen größten Einfluss nennt Leibregime den japanische Komponisten Akira Yamaoka, der für den Spieleproduzenten Konami Soundtracks schreibt.

Neben dem kostenlosen Download gibt es auch die Möglichkeit, den Künstler über kommerziellen Plattformen wie iTunes, Amazon oder Musicload finanziell zu unterstützen.

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Free-Music-Friday: Cocolixe

Fabián D’alesio ist ein Produzent aus Barcelona, der seit 2010 unter dem Namen Cocolixe drei EPs veröffentlicht hat. Am 01. Oktober 2012 erblickte sein jüngste Werk „Domèstico“ mit Geburtshilfe des Bostoner Netlabels No Source das Licht der Welt, lizensiert unter Creative Commons BY-NC.

Die Musik verbreitet eine Trip-Hop-Atmosphäre mit langsamen Beats, gedämpftem Gesang und schönen Gitarrenklängen, umgarnt von allerlei elektronischen Sounds. Zunächst schleppend und melancholisch steigert sich die Stimmung über leicht beschwingt bis zum Electro-Rockigen „Mai„. Der Abschluß fällt dann wieder getragener aus, mit dem durch den Gospel „Swing Low, Sweet Chariot“ inspirierte „Swing Low„. Alles in Allem ein angenehm entspannendes Hörvergnügen.

Ebenfalls erhältlich:

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Free-Music-Friday: Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra

Amanda Palmer ist eigentlich niemand, den ich hier noch grossartig vorstellen müßte, denn erstens ist sie bereits bekannt genug und zweitens macht sie nicht mal CC-Musik. Doch drittes ist sie ein Role Model für alle Musiker, die sich selbst vermarkten möchten und viertens räumt sie den Konsumenten ihres aktuellen Albums „Theatre Is Evil“ umfangreiche Rechte ein, auch ohne Creative Commons.

Wie nur wenige andere Künstler, mit fällt spontan niemand ein, aber es wird sie geben, weiß Amanda Palmer das Internet für sich zu nutzen. Ihren Twitter-Account speist sie nicht mit dem Feed ihrer Homepage oder ihrer Facebook-Seite, wie man es auch häufig sieht, sondern nutzt ihn zur direkten Kommunikation mit ihren 686.711 Followern (Stand: 01.10.2012). Bei dieser Fanbase ist es nicht weiter verwunderlich, dass 24.883 Leute ihr Projekt bei Kickstarter finanziell unterstützt haben und es auf fast 1,2 Million US-Dollar gebracht haben. Damit war die Produktion von „Theatre Is Evil“, ein dazugehörigen Buch und die obligatorischen Tournee mehr als gesichert, denn kalkuliert hatte Amanda nur mit 100.000 Dollar.

Mit The Grand Theft Orchestra, bestehend aus Sherek Bischoff (Gesang, Bass, Gitarre), Michael McQuilken (Gesang, Schlagzeug, Percussions, Programmierung) und Chad Raines (Gesang, Gitarre, Trompete, Keyboards, Programmierung), hat Amanda Palmer eine wirklich großartige Begleitband gefunden, die mit ihr die verschiendensten Stilarten von Cabaret bis Post-Punk zelebrieren.

Nach einer kurzen Vorstellung durch die australischen Cabaret-Künstlerin Meow Meow auf Deutsch („Meine Damen und Herren! Wie könnte ich meine Pulsadern aufschneiden, wenn ich nicht aufhören kann zu tanzen? Unverfroren und ganz verloren, direkt aus New York City, THE GRAND THEFT ORCHESTER!“) geht das Album auch gleich gut los, mit einer ganzen Reihe von hitverdächtigen Ohrwürmern. Auf „Smile (Pictures Or It Didn’t Happen)“ folgt „The Killing Type“ und im Anschluß die beiden schon im Vorfeld als digitale Singles veröffentlichten „Do It With A Rockstar“ und „Want It Back„. Danach wird es melancholisch mit den unter die Haut gehenden Balladen „Grown Man Cry“ und „Trout Heart Replica„. Zeit für eine instrumentale Verschnaufpause: „A Grand Theft Intermission„, bevor Amanda mit „Lost“ wieder das Heft in die Hand nimmt und uns wieder in ihren Bann zieht. Mit dem synthetischen „Bottomfeeder“ geht es auf die Zielgrade, wo uns noch die Klavier-Ballade „The Bed Song“ noch kurz innehalten läßt, bevor das große Finale mit den großartigen Amanda-Palmer-Sonss „Massachussetts Avenue„, „Melody Dean“ (mit „My Sharona“-Riff und David J von Bauhaus am Bass) und „Berlin„, das ganz zaghaft beginnt, sich aber im Laufe seiner mehr als 7 Minuten kontinuierlich steigert. Den Schlußpunkt setzt das rockig-flotte „Olly Olly Oxen Free„.

Wie bei der Vorfinanzierung geht Amanda Palmer auch bei der Vermarktung eigene (im Sinne von unübliche) Wege, auf der Internetseite, von der man „Theatre Is Evil“ herunterladen kann, hat sie folgendes „Mission Statement“ abgegeben:

DEAR DOWNLOADER of MUSIC

i firmly believe in music being as free as possible. unlocked. shared and spread.

i believe that in order for artists to survive and create, their audiences need to step up and directly support them.
honor system.
no judgment.
if you’re broke – take it. if you love it, come back and kick in later when you have the money.
if you’re rich, think about who you might be karmically covering if you really love this record.

the store below has two versions of the record. one is totally free, and one has a minimum price of $1.00 so that i can cover the cost of covering other artists’ songs.

once you have it, SHARE SHARE SHARE! COPY COPY COPY! SPREAD THE EVIL!!!
we are the media.
LOVE, afp

Kopieren, verbreiten, zahlen, was man will, warum man das nicht in eine Creative Commons Lizenz verpackt, müßte Amanda Palmer nochmal erklären, aber das ist ja jedem selbst überlassen. Die kostenlose Variante beinhaltet die 15 Songs des Albums in 320kbps-MP3-Qualität, wer mindestens 1 Dollar zahlt, bekommt 4 Bonus-Tracks dazu (u. a. „Ukulele Anthem“ und ein Lana Del Rey-Cover) sowie das digitale Booklet und eine Schablonen-Vorlage. Zudem kann dann auch die Qualität FLAC (verlustfrei) und ALAC (Apple verlustfrei) gewählt werden. Und natürlich gibt es „Theatre Is Evil“ auch auf Compact Disc und Vinyl.

Theatre Is Evil“ ist das zweite Studio-Album von Amanda Palmer und das erste, dass sie ohne Unterstützung einer Plattenfirma herausgebracht hat. Dafür ist es kraftvoller und aufwändiger als „Who Killed Amanda Palmer?“ geworden, dass sie 2008 zusammen mit Ben Folds und einigen Gastmusikern aufgenommen hatte. Aber das Konzept des Vermischens unterschiedlicher Stilrichtungen galt damals schon und kann wohl als „typisch Amanda Palmer“ bezeichnet werden. Alte Fans werden also auch nicht abgeschreckt und wenn das neue Album reichlich geteilt wird, finden sich bestimmt auch jede Menge neue Anhänger. Getreu dem Motto von Amanda Palmer: We are the media!

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