Schlagwort: ccmusic

Free-Music-Friday: defekt 86

Die deutsche Postpunk/Darkwave-Band defekt 86 sind für mich keine Unbekannten mehr, waren sie doch schon auf dem Sampler „Quintessenz 2009 – 2011“ des Netlabels af-music vertreten, wo sie auch 2009 ihr Debüt-Album „Ultramarin“ veröffentlichten.

defekt 86 spielen die gesamte Klaviatur der dunklen Genres, erinnern mal an The Sisters Of Mercy, Joy Division oder frühe The Cure. Das dunkle Timbre der Stimme von Sänger Kain Rauschen liegt zwischen Ian Curtis und Veljanov. Die Texte sind zumindest auf dem Debut-Album in deutscher und englischer Sprache verfasst. Das änderte sich bei den folgenden Veröffentlichung Suicide Hero, mit dem achteinhalb Minuten langen „Mother Came“ als „B-Seite“, das mich sehr an The Cure erinnert, Imperfection und Control. Letzteres wurde ganz frisch am 21.03.2014 veröffentlicht, wie alle Werke der Kölner unter der Lizenz CC by-nc-sa.

Der Titeltrack ist eine Verbeugung vor Joy Division und The Sisters Of Mercy, der zweite song „Empire Of Light“ erinnert stimmlich an Tom Smith von den Editors, musikalisch an frühe New Order.

Wer wie mit Post-Punk und Darkwave aufgewachsen ist, für den sind defekt 86 Pflicht, aber auch Indie-Rock-Fans solten ruhig mal reinhören, da defekt 86 eine sehr vielfältige Musik bieten und manchmal auch vor poppigen Melodien nicht zurückschrecken.

defekt 86 im Netz: Bandcamp | Facebook | Jamendo | Last.fm | Reverbnation | Songkick

Free-Music-Friday: Who Are You Lutra Lutra??

Das Akustik-Folk-Duo Who Are You Lutra Lutra?? (ja, die zwei Fragezeichen gehören zum Bandnamen) ist eine multinationale Angelegenheit. Die zwei Musiker Julien und Fabien sind Franzosen, haben sich vor 6 Jahren in Brest kennengelernt und wohnen mittlerweile in Berlin, wo sie im Herbst letzten Jahres auch ihre erste Studio-EP „White On White“ (Bandcamp, CC by-sa) produziert haben. Obwohl Anhänger der „Do it yourself“-Philosophie haben sie sich dennoch helfen lassen und so wurden einige Background-Gesangsspuren im Titeltrack von befreundeten Musikern in Dänemark aufgenommen, außerdem sind dort auch noch Schritte im Schnee zu hören, die aus Island stammen. Gesungen wird in Englisch.

Julien ist die Stimme von WAYLL und spielt Akustikgitarre und Klavier, Fabien spielt E-Gitarre, Ukulele, Mandoline, Bass, Konzertina und Glocken. Trotz der Vielzahl an Instrumenten, werden diese nur sehr sparsam eingesetzt, was der Musik eine gewisse Zerbrechlichkeit gibt, die die Melancholie in Juliens Stimme sehr schön untermalt. Sie selbst beschreiben ihre Musik zwischen Tom Waits, Bonnie Prince Billy, Nick Cave oder Devendra Banhart, aber auch Stanley Brinks und Troy Von Balthazar zählen ihren Einflüssen.

Der Song „Oh Boy!“ bekam von der dänischen Künstlerin Amalie Skovhus ein Video verpasst:

Neben der EP „White On White“ gibt es noch die Live-EP „Nice To Meet You“ (Bandcamp, CC by-sa) mit 6 Liveaufnahmen aus den Jahren 2010/2011.

WAYLL im Netz: Bandcamp | Facebook | Last.fm | Myspace | Vimeo

Free-Music-Friday: Sumner

Sumner ist jetzt kein Solo-Projekt von Bernhard Sumner (New Order), sondern von der jungen Singer/Songwriterin Kristina Sarkisova, die aus Moskau stammt und den Weg über das spanische Valencia nach London gefunden hat. Ihre Debüt-EP „The Last Word“ (CC by-nc-sa) hat sie dort allein eingespielt. Fünf melancholische Indie-Pop-Songs, die von Kristinas sanften Stimme getragen werden.

Die EP erschien im Juni letzten Jahres und wir werden uns noch bis zum Dezember gedulden müssen, bis das erste Album von Sumner erscheint. Als Vorgeschmack kam allerdings am 5. März die EP „Shadow Park“ (CC by-nc-sa) mit zwei neuen Songs heraus, die Sumner als komplette Band präsentieren. Neben Kristina (Gesang, Gitarre) wirkten Julian Keenaghan (Gitarre, Background-Gesang), Mario Sposito (Bass) und Ross Palmer (Schlagzeug) mit.

Die Songs sind musikalisch gereift, ohne von ihrer düsteren Stimmung eingebüßt zu haben. Man darf gespannt sein, was das erste Album von Sumner mit sich bringt.

Sumner im Netz: Bandcamp | Facebook | Soundcloud | Twitter | Youtube

Free-Music-Friday: Lady Vallens

Seit Anfang der Woche folgt mir auf Twitter das italienische Netlabel Second Family Records, was ich gleich zum Anlass nahm, mich in dessen Katalog ein wenig umzuschauen. Gleich bei der ersten Veröffentlichung blieb ich hängen, beim Debüt-Album des Minimal-/Post-Punk-Duos Lady Vallens mit dem Titel „Double Mirror„.

2007 taten sich Matteo Berghenti und Rodolfo Villani, die vorher schon bei einer Noise-Band namens Brother James aktiv waren, als Lady Valles zusammen. 2008 nahmen sie „Double Mirror“ auf und veröffentlichten es am 01. Januar 2009 bei Second Family Records unter der Lizenz Creative Commons by-nc-nd. Als Werkzeuge dienen ihnen Bariton-Gitarren, Keyboards und Drum-Maschine. Der Sound ist entsprechend düster, elektronisch und treibend. Die Arrangements sind teils experimentell, meist minimal und tragen Spuren von Cold-Wave, Post-Punk und Shoegaze.

Nach „Double Mirror“ setzte das Duo den musikalischen Weg mit der Noon EP fort. Drei bereits auf dem Album enthaltene Songs wurden in neue gewänder gekleidet und mit zwei Instrumentalstücken kombiniert.

Die bisher letzte Station ist das Album „Phemur„, das im April 2012 erschien und noch experimenteller als die Vorgänger ist. Der elektronisch erzeugte Lärm wird in den Mittelpunkt gestellt und gestaltet den Zugang nicht ganz einfach. Die dichten Schallwände lassen konventionelle Melodien nur selten durchkommen, auch Gesang wird nur noch sparsam eingesetzt.

Das Debüt-Album finde ich persönlich großartig, es kombiniert geschickt drei meiner favorisierten Genres, ohne dabei in Klischees zu verfallen. An das letzte Werk muß ich mich allerdings erst gewöhnen. Alle drei Veröffentlichungen von Lady Vallens gibt es auch noch als CDs, bestellbar über die Bandcamp-Seite oder bei Second Family Records.

Lady Vallens im Netz: Bandcamp | Last.fm | Myspace | Reverbnation | Soundcloud

Free-Music-Friday: Glacials

Shoegaze“ nennt man ein Genre, das sich ab Mitte der 1980er Jahre durch Bands wie The Jesus And Mary Chain, My Bloody Valentine, Lush oder Ride seine Fangemeinde fand. Wenn nun eine junge Band diese Tradition fortführt und Mark Gardener von Ride als Vorband unterstützen darf, ist das schon eine Art Ritterschlag. So geschehen bei der Band Glacials, die heute in London (Sebright Arms) und morgen in Brighton (The Hope) mit dem Altmeister die Bühne teilen wird.

Aufmerksam wurde ich auf die Band durch das deutsche Netlabel aaahh records, das Anfang der Woche die Single „Sweet Tooth Pink Wrist“ mitsamt Musikvideo vorgestellt hatte.

Die Single stammt von der Debüt-EP „We Are Serious and We Mean It„, die am 22.10.2013 als kostenloser Download („name your price„) und als limitiertes Album in durchsichtigem Vinyl unter der Lizenz CC by-nd veröffentlicht wurde. Aufgenommen wurden die sechs Lieder von Jaemi Zahra-Hall (Gitarre, Schlagzeug, Keyboards), Kenneth Joseph (Gitarre, Gesang) David Jackson (Bass, Gesang) und Arielle Renwart (Gesang).

Mittlerweile gab es einige Umbesetzungen, Jaemi und Kenneth werden nun von Sen Xu (Schlagzeug), Ozon (Bass) und Kathryn Mae (Gesang) unterstützt. Sehr schade finde ich den Austausch der Sängerin, denn die Stimme von Arielle, die auch für die Texte verantwortlich war, klingt auf der EP wunderschön und ist auch der Hauptgrund, warum ich so begeistert bin. Aber auch die Musik trägt ihren Teil dazu bei, denn die Glacials liefern Shoegaze in der Tradition von Ride oder My Bloody Valentine, aber auch Post- und Math-Rock-Songs sorgen dafür, dass es nicht zu einseitig wird. So geht es von ruhigen Liedern mit zartem Frauengesang und verhallten Gitarren zu lauten kraftvollen Rock-Stücken – und wieder zurück. Man sollte sich daher nicht von dem Label „Shoegaze“ abschrecken lassen, alle Rock-Fans können bei Glacials auf ihre Kosten kommen.

Glacials im Netz: Bandcamp | Facebook | Last.fm | Soundcloud | Twitter | Youtube