Schlagwort: Fernsehen

Hardcore-TV-Montag

Ich habe mich vom Hype um Californiacation und Dexter anstecken lassen und gestern einen Hardcore-Fernsehabend verlebt. Es begann mit meiner Lieblingssendung CSI:NY (Vox), in der es um einen Mord in der Second-Life-Szene ging, also durchaus mit Bezug zum Web 2.0. Nebenbei war ich allerdings mit einem leeren Chat-Room bei telewebber, Twitter und einem Chat mit meiner Tochter beschäftigt. CSI:NY sehe ich nämlich am liebsten auf DVD, die ersten beiden Staffeln habe ich vollständig gesehen, die 3. Staffel zur Hälfte. Deshalb konnte ich mir auch erlauben, die gestrige Folge nur halbherzig zu verfolgen, ich sehe sie doch irgendwann wieder. 😉

Danach ging es in die Abgründe der deutschen TV-Unterhaltung, mit der Show „Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ (RTL2). Dort hat sich ein Mann mittleren Alters 10.000 Euro erspielt, in dem er intime Fragen wahrheitsgemäß beantwortete, u. a. „Halten sie ihren Bruder für ein Muttersöhnchen?“ (ja), „Finden sie ihre Freundin auch ungeschminkt attraktiv?“ (nein) und „Würden sie ihre Freundin verlassen, wenn sie dafür 10 Jahre länger leben könnten?“ (ja). Er hätte noch weitere Fragen beantworten können, um 25.000 Euro zu gewinnen, stieg aber aus. Eine andere Kandiatin scheiterte früh, weil sie die 5. Frage („Sagen sie immer, was sie denken?“) nicht richtig beantwortete, sie dachte, sie täte es, der Lügendetektor war anderer Meinung. Das ist schon ein harter Weg, 25.000 Euro oder weniger zu verdienen, wenn man dafür gestehen muß, schonmal einen Popel gegessen oder gar seinen Partner betrogen zu haben. Aber das war ja nur das Warm-Up für die Kult-Serien aus USA.

Zunächst Californiacation mit dem Akte-X-Star David Duchovny. Diese Serie ist schnell auf den Punkt gebracht, wer Charles Bukowski gelesen hat und folglich auf promiskuitiven Geschlechtsverkehr, sekundäre weibliche Geschlechtsmerkmale (wie haben sie die überhaupt ins amerikanische Fernsehen gekriegt?) und hochprozentigen Alkohol steht, der wird auch Californiacation etwas abgewinnen können. Gut, da gibt es noch die Ex und die gemeinsame Tochter in der Geschichte, aber ob dieser Inhaltsmix für eine ganze Serie ausreicht? Wir werden sehen…

Das letzte „Highlight“ meines TV-Montags war Dexter. Über diese Serie wußte ich nur, dass es um Serienkiller gehen soll, mir war aber nicht klar, ob Dexter einer von den Guten oder den Bösen ist. Frühzeitig erfahren wir allerdings, dass Dexter als kleiner Junge den Nachbarshund umgebracht hat, weil dieser ständig gebellt hätte. Ich kann zwar ein gewisses Maß an Morbidem ertragen, aber bei Gewalt gegen wehrlose Geschöpfe habe ich wenig Verständnis. Da war ich dann auch so schockiert, dass ich Dexter nicht mehr weiter geschaut habe. Nennt mich Weichei. Vielleicht schaue ich noch mal rein, aber die Dexter läuft ja dermaßen spät, dass ich wohl schwer meine Äugelein aufhalten können werde.

Ja, das war mein Hardcore-TV-Montag, zum Glück ist nächsten Montag pl0gbar. 😉

Deutsche Mangaka bei ARTE

ARTE berichtet in der Sendung „Metropolis“ am 20.09.2008 um 20.15 Uhr u. a. über deutsche Mangaka:

Etwa 30 erfolgreiche Manga-Zeichnerinnen gibt es in Deutschland. Sie alle sind jung und handwerklich sehr professionell. Wie z.B. Anike Hage, deren Mangas mittlerweile auch in Frankreich und den USA veröffentlicht werden. Sie alle haben sich schon sehr früh mit der fernöstlichen Bildsprache vertraut gemacht. Der Grund, warum Mangas für junge Leserinnen und Zeichnerinnen so attraktiv sind, liegt zweifellos in den Inhalten, die von abendländischen Comic-Machern sträflich vernachlässigt worden sind. Mangas erzählen von der ersten Liebe, und all den Themen, die damit verbunden sind. „Metropolis“ schaut der Manga-Zeichnerin Alexandra Völker bei der Arbeit zu. (Text: ARTE)

Via AnimeY.

Nachtrag:

Äh, das…

Mangas erzählen von der ersten Liebe, und all den Themen, die damit verbunden sind.

…sind die Mangas, die ich gerade nicht lese. 😀

Die SPD als Seifenoper

Ich habe noch über ein Jahr lang Zeit, über mein Verhältnis zur SPD nachzudenken, dann ist endlich wieder Bundestagswahl. Als langjähriger SPD-Wähler muß ich mir Gedanken machen, ob die aktuelle Richtung der Partei, mal wieder ab durch die Mitte, noch mein Weg ist. Ich vergleiche das mal mit einer Seifenoper. Man schaut sie Jahr für Jahr und manchmal fragt man sich, ob man es noch gut findet, was man täglich oder wöchentlich mitverfolgen muß, schaut aber weiter. Jahr für Jahr. Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem so viele Charaktere aus dem Drehbuch geschrieben wurden – manche kommen auch wieder, erst Bobby Ewing, jetzt Franz Müntefering, und die einst geliebte Fernsehserie einem fremd geworden ist. Die beste Ehefrau von allen kam Sonntag zu mir und sagte, sie würde nun keine Lindenstraße mehr gucken, weil die Anna den Bruno vom Balkon gestoßen hat, so wie der Steinmeier den Beck. Mal sehen, wie es bei uns weitergeht, vielleicht schaltet meine Frau ja nächsten Sonntag wieder die Lindenstraße ein und ich habe ja noch über ein Jahr lang Zeit…