Schlagwort: Medienkritik

NDR feuert „Dafür zahl‘ ich nicht!“-Initiator

Gestern habe ich erst über die Kampagne „Dafür zahl‘ ich nicht!gebloggt und heute erreicht mich die Meldung, dass der verantwortliche Journalist Holger Kreymeier seinen Job als freier Mitarbeiter bei NDR 3 daraufhin verloren hat. Also, aufgrund der Aktion, nicht wegen mir. 😉

Kreymeier zu seiner Entlassung: „Der Norddeutsche Rundfunk erweist sich als vollkommen kritikresistent. Ich habe in meiner Kampagne weder zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche System in Frage gestellt, sondern mich auf inhaltliche Punkte konzentriert. Die Kampagne ist eine FÃœR öffentlich-rechtliches Fernsehen – und zwar so, wie es durch den Rundfunkstaatsvertrag formuliert ist. Ich komme mir ein bisschen wie die Elke Heidenreich des Norddeutschen Rundfunks vor. Es tut mir in der Seele weh zu sehen, in welche Richtung sich ARD und ZDF entwickeln. Aber die Entscheidung des NDR vom Dienstag zeigt mir, dass das öffentlich-rechtliche System am Ende ist.“ (Quelle)

So kann man natürlich auch mit Kritik umgehen, lieber NDR! Oder habt ihr die Aktion überhaupt nicht verstanden?

(via Ossis-Ecke/denQuer)

Ich äußere mich auch noch zu Reich-Ranicki

schmidt-mrr

Marcel Reich-Ranicki, einer „der einflussreichsten deutschsprachigen Literaturkritiker der Gegenwart“ (Wikipedia) trat den Fersehschaffenden – zu denen er auch gehört – in den Arsch und wird dafür mancherorts auch noch gefeiert. Er, der uns jahrelang mit „Frau Löffler“ und „Herrn Karasek“ zu Tode langweilte und somit auch ein Teil seiner Kritik ist. Ja, ich habe keinen Sinn für Literatur, genau wie Herr Reich-Ranicki keinen Sinn für Comedy und Koch-Shows zu haben scheint. Wahrscheinlich gehören Kochbücher und Komödien auch nicht zur Literatur von Reich-Ranickis Gnaden.

Ich glaube der ältere Herr wird sich bei der Veranstaltung gefühlt haben wie Bushido bei einem 2-stündigen christlichen Liederabend, man kann sich vorstellen, wie er gelitten haben muß. Insofern habe ich Verständnis für seine übellaunige „Dankesrede“, die ja keine war, weil er den Preis nicht annahm, beklatschen werde ich ihn aber nicht.

Mittlerweile – ich schreibe schon recht lange an diesem Artikel – hat Reich-Ranicki sein Gespräch mit Tommy Gottschalk gehabt und sogar in Deutschlands größter Tageszeitung den BILD-Lesern erzählt, dass es auch einen Sender namens arte gibt. Ganz großes Affentheater, wenn ihr mich fragt. Natürlich kommt viel Schund in Fernsehen, genau wie es viel Schundliteratur gibt, aber das liegt immer noch im Auge des Betrachters und jeder kann mit der Fernbedienung über das aktuelle Programm abstimmen, entweder weiterzappen oder einfach mal ausschalten. Ich sehe mir auch lange nicht mehr alle „Comedy“-Sendungen an, denn nicht alles ist auch beim dritten Aufguß noch lustig, aber wer noch über Mario Barth lachen kann, bitte sehr.

Einen schönen Vergleich zu Marcel Reich-Ranicki fand mein Namensvetter „Dirty Harry“:

Das ist ein bisschen so, wie wenn ich sage: „Ich war beim Fußball und da haben alle kurze Hosen an, das hat mich doch sehr überrascht“

So, genug geschrieben, besser spät als nie, ein Entwurf weniger. 😀

Journalismussimulation bei RTL

Stefan Niggemeier trifft mit seiner Aussage über das RTL-Magazin „Extra“ den Nagel auf den Kopf:

Das Mischmagazin „Extra” ist einer der besonders hilflosen Versuche von RTL, Journalismus zu simulieren.

Aber der gesamte Artikel über die von Neonazis organisierten Demonstrationen gegen Kinderschänder in Leipzig ist lesenswert. Verbrechen gegen Kinder sind verabscheuungswürdig, keine Frage, aber man sollte sich trotz aller Wut nicht von Extremisten instrumentalisieren lassen.

Via Glückauf.