Schlagwort: Rock

Free-Music-Friday: Luzius Stone

Electric Dream“ heißt das Debutalbum von Luzius Stone, dem Projekt des Amerikaners Justin Miles. Es ist am 12.11.2014 erschienen und hat es in einem Monat schon auf über 10.000 Streams und 542 Downloads bei Jamendo gebracht, wo es unter der Lizenz CC by-sa veröffentlicht wurde.

Luzius Stone vermischt in den 11 Songs Electronica, Rock, Pop und Hip-Hop auf sehr angenehme Weise, zählen doch Beastie Boys, Red Hot Chili Peppers, Beck und Wu-Tang Clan zu seinen Einflüssen. Große Teile der Aufnahmen zu dem Album sind übrigens bereits 2011 in einem Regensburger Studio namens Elephantom entstanden, fertiggestellt wurde „Electric Dream“ im Echo Mountain Studio in Justins Heimatstadt Asheville/North Carolina.

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Free-Music-Friday: Walter Sickert & The Army Of Broken Toys

Beim Namen meiner heutigen Bandempfehlung muß ich – auch passend zur Jahreszeit – an die zweite Geschichte von Rudolph, dem Rentier mit der roten Nase denken. Darin gibt es nämlich eine Insel der Nichtsnutz-Toys, auf der auch Walter Sickert & The Army Of Broken Toys Platz gefunden hätten. Das Foto zeigt schon, dass es sich abei um eine schrille, bunte Truppe mit einer Affinität zum Steampunk handeln muß. Ihren Musikstil nennen sie allerdings „SteamCRUNK“ und man könnte sie auch im 70er-Jahre-Rock vermuten, aber die ungewöhnliche Instrumentierung mit beispielsweise Bratsche, Ukulele, Mandoline, Akkordeon, Melodica schafft einen ganz eigenen Charakter.

Die Diskografie umfaßt eine ganze Reihe von Alben, die bei Bandcamp als Download („Name your price“) verfügbar sind, teilweise aber auch in CD- und Vinyl-Editionen erhältlich sind. Besonders interessant finde ich dabei die Soundtracks, die Walter Sickert für alte Stummfilme geschrieben hat. Davon gibt es bisher zwei: Metropolis und The Cabinet of Dr. Caligari.

Das letzte „reguläre“ Album ist Soft Time Traveller, das im April 2013 erschien und bei Kickstarter finanziert wurde.

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Free-Music-Friday: Singvøgel

Die Singvøgel hatten bereits auf ihrem Album „Für Zeiten wie diese“ 2 Songs unter Creative Commons lizensiert, einmal „Stasi 2.0“ das 2011 zur sowas wie der inoffiziellen Hymne zur Freiheit-statt-Angst-Demo wurde und „Helden des Augenblicks„, mit dem sich die Band für den Titelsong des Grassroot-Filmprojektes „Krimi 2.0“ beworben hatte. Jetzt stellen sie erstmals in der Bandgeschichte ein ganzes Album unter CC: JETZT.

Die Singvøgel wurden 2002 von den Multiinstrumentalisten Karan und Duke Meyer als Liedermacher-Duo ins Leben gerufen und 2006 um die Rythmus-Abteilung in Person von Sven Scholz erweitert. Die Rock-Band „Singvøgel“ war geboren. Nach zwei Alben zu Zweit – „Hart am Rande“ (2003) und „Lieder sind“ (2006) – veröffentlichten die Drei das Album „Drei„. Wurden alle Alben bis dahin in Eigenregie produziert, suchten sich die Singvøgel für ihr viertes Werk „JETZT“ mit Ingo Vogelmann einen externen Tonmeister und Aufnahmeleiter. Mit ihm schufen sie das beste Album der Bandgeschichte, nach eigenen Angaben und Ingo Vogelmann schrieb in seinem Blog über die Aufnahmewoche: „Ich konnte – das habe ich so wahrgenommen – viel mehr aus diesen Musikern mit einer lodernden, inneren Flamme und ihren Songs herausholen, als sie sich selbst zugetraut haben“. So soll es sein, der Produzent als Dompteur, die Musiker mit wilder Energie, die es zu beherrschen gilt. Das Resultat kann sich hören lassen und muß den Vergleich zu aufwändigeren Studioproduktionen nicht scheuen. Wer die Singvøgel kennt, der wird auch auf „JETZT“ die Mosaiksteinchen, die das Singvøgel-Bild ergeben, erkennen: Balladen, Protestsongs, Folk(lore), Geschichten, die mit Augenzwinkern erzählt werden, von Fabelwesen oder realen Gefahren, und mittendrin das fast achtminütige Epos „Dea Dia„.

Um die klanglichen Ergebnisse auch angemessen präsentieren zu können, bestritten die Singvøgel den neuen Pfad weiter und gelangten zur „Krautfahndung“ (Crowdfunding). Ãœber die Plattform Pledgemusic sammelten sie das Geld ein, mit dem die Herstellung der CDs finanziert werden konnte, die demnächst erhältlich sein wird. Bislang gibt es „JETZT“ schon vielerorts im Internet zum Download, nur nicht kostenlos, nach dem Zoe.Leela-Prinzip: „Der erste Kauf will getätigt werden“. Drummer Sven geht in einem Blogkommentar sogar noch weiter: „Wir werden es auch nicht umsonst rausrücken […] sondern sogar teurer als die industrielle Massenware verkaufen, weil handgemachte Bio-Qualität nun mal aufwändiger und somit teuerer ist als Massenproduktion.“ Und dass ihre Musik den Fans etwas wert ist, hat ja schon das erfolgreiche Crowdfunding bewiesen.

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Free-Music-Friday: Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra

Amanda Palmer ist eigentlich niemand, den ich hier noch grossartig vorstellen müßte, denn erstens ist sie bereits bekannt genug und zweitens macht sie nicht mal CC-Musik. Doch drittes ist sie ein Role Model für alle Musiker, die sich selbst vermarkten möchten und viertens räumt sie den Konsumenten ihres aktuellen Albums „Theatre Is Evil“ umfangreiche Rechte ein, auch ohne Creative Commons.

Wie nur wenige andere Künstler, mit fällt spontan niemand ein, aber es wird sie geben, weiß Amanda Palmer das Internet für sich zu nutzen. Ihren Twitter-Account speist sie nicht mit dem Feed ihrer Homepage oder ihrer Facebook-Seite, wie man es auch häufig sieht, sondern nutzt ihn zur direkten Kommunikation mit ihren 686.711 Followern (Stand: 01.10.2012). Bei dieser Fanbase ist es nicht weiter verwunderlich, dass 24.883 Leute ihr Projekt bei Kickstarter finanziell unterstützt haben und es auf fast 1,2 Million US-Dollar gebracht haben. Damit war die Produktion von „Theatre Is Evil“, ein dazugehörigen Buch und die obligatorischen Tournee mehr als gesichert, denn kalkuliert hatte Amanda nur mit 100.000 Dollar.

Mit The Grand Theft Orchestra, bestehend aus Sherek Bischoff (Gesang, Bass, Gitarre), Michael McQuilken (Gesang, Schlagzeug, Percussions, Programmierung) und Chad Raines (Gesang, Gitarre, Trompete, Keyboards, Programmierung), hat Amanda Palmer eine wirklich großartige Begleitband gefunden, die mit ihr die verschiendensten Stilarten von Cabaret bis Post-Punk zelebrieren.

Nach einer kurzen Vorstellung durch die australischen Cabaret-Künstlerin Meow Meow auf Deutsch („Meine Damen und Herren! Wie könnte ich meine Pulsadern aufschneiden, wenn ich nicht aufhören kann zu tanzen? Unverfroren und ganz verloren, direkt aus New York City, THE GRAND THEFT ORCHESTER!“) geht das Album auch gleich gut los, mit einer ganzen Reihe von hitverdächtigen Ohrwürmern. Auf „Smile (Pictures Or It Didn’t Happen)“ folgt „The Killing Type“ und im Anschluß die beiden schon im Vorfeld als digitale Singles veröffentlichten „Do It With A Rockstar“ und „Want It Back„. Danach wird es melancholisch mit den unter die Haut gehenden Balladen „Grown Man Cry“ und „Trout Heart Replica„. Zeit für eine instrumentale Verschnaufpause: „A Grand Theft Intermission„, bevor Amanda mit „Lost“ wieder das Heft in die Hand nimmt und uns wieder in ihren Bann zieht. Mit dem synthetischen „Bottomfeeder“ geht es auf die Zielgrade, wo uns noch die Klavier-Ballade „The Bed Song“ noch kurz innehalten läßt, bevor das große Finale mit den großartigen Amanda-Palmer-Sonss „Massachussetts Avenue„, „Melody Dean“ (mit „My Sharona“-Riff und David J von Bauhaus am Bass) und „Berlin„, das ganz zaghaft beginnt, sich aber im Laufe seiner mehr als 7 Minuten kontinuierlich steigert. Den Schlußpunkt setzt das rockig-flotte „Olly Olly Oxen Free„.

Wie bei der Vorfinanzierung geht Amanda Palmer auch bei der Vermarktung eigene (im Sinne von unübliche) Wege, auf der Internetseite, von der man „Theatre Is Evil“ herunterladen kann, hat sie folgendes „Mission Statement“ abgegeben:

DEAR DOWNLOADER of MUSIC

i firmly believe in music being as free as possible. unlocked. shared and spread.

i believe that in order for artists to survive and create, their audiences need to step up and directly support them.
honor system.
no judgment.
if you’re broke – take it. if you love it, come back and kick in later when you have the money.
if you’re rich, think about who you might be karmically covering if you really love this record.

the store below has two versions of the record. one is totally free, and one has a minimum price of $1.00 so that i can cover the cost of covering other artists’ songs.

once you have it, SHARE SHARE SHARE! COPY COPY COPY! SPREAD THE EVIL!!!
we are the media.
LOVE, afp

Kopieren, verbreiten, zahlen, was man will, warum man das nicht in eine Creative Commons Lizenz verpackt, müßte Amanda Palmer nochmal erklären, aber das ist ja jedem selbst überlassen. Die kostenlose Variante beinhaltet die 15 Songs des Albums in 320kbps-MP3-Qualität, wer mindestens 1 Dollar zahlt, bekommt 4 Bonus-Tracks dazu (u. a. „Ukulele Anthem“ und ein Lana Del Rey-Cover) sowie das digitale Booklet und eine Schablonen-Vorlage. Zudem kann dann auch die Qualität FLAC (verlustfrei) und ALAC (Apple verlustfrei) gewählt werden. Und natürlich gibt es „Theatre Is Evil“ auch auf Compact Disc und Vinyl.

Theatre Is Evil“ ist das zweite Studio-Album von Amanda Palmer und das erste, dass sie ohne Unterstützung einer Plattenfirma herausgebracht hat. Dafür ist es kraftvoller und aufwändiger als „Who Killed Amanda Palmer?“ geworden, dass sie 2008 zusammen mit Ben Folds und einigen Gastmusikern aufgenommen hatte. Aber das Konzept des Vermischens unterschiedlicher Stilrichtungen galt damals schon und kann wohl als „typisch Amanda Palmer“ bezeichnet werden. Alte Fans werden also auch nicht abgeschreckt und wenn das neue Album reichlich geteilt wird, finden sich bestimmt auch jede Menge neue Anhänger. Getreu dem Motto von Amanda Palmer: We are the media!

Amanda Palmer im Netz: Bandcamp | Facebook | Flickr | Myspace | Twitter | noch ein Twitter | YouTube

Tarja Turunen schenkt Newsletter-Abonnenten einen Song

Tarja Turunen veröffentlicht am 03.09.2010 ihr zweites Soloalbum nach der Trennung von den finnischen Symphonic-Metallern Nightwish. Es wird den Titel „What Lies Beneath“ tragen.

Im Vorfeld verschenkt Tarja die Street-Single „Falling Awake“ an alle, die ihren Newsletter abonniert haben oder sich noch anmelden. Außerdem gibt es zu dem Song ein Video mit Szenen aus der Recording-Session:

DirektFalling