“Wer die Wahl hat, hat die Qual”, sagt der Volksmund, und zwar nicht nur die Qual vor der Wahl, sondern auch die Qual mit den Politikerstatements hinterher. Denn grundsätzlich hat jeder gewonnen: Der eine, weil er immer noch die meisten Stimmen bekommen hat, der andere, weil er nicht ganz soviel Verluste hat, wie der eine, und ein ganz anderer, weil er im Parlament bleiben darf. Alle haben also nach eingehender Analyse der Wahlergebnisse etwas gefunden, was sie irgendwie als Sieger aussehen läßt.
Jetzt sind es noch 27 Tage bis zur Bundestagswahl und zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein, wo wir hoffentlich nochmal kräftig zulegen können. Klarmachen zum Ändern!
Heute erscheint das neue Album der Aachener Symphonic-Metal-Band Krypteria, “My Fatal Kiss” betitelt. Am 14.10.2009 eröffnet die Band ihre “My Fatal Kiss”-Tour 2009 im Roxy in Flensburg:
Ich bin sehr glücklich, dass ich mit “meiner” Band Lady Chaos die große Ehre habe, beim Tour-Auftakt in Flensburg als Vorgruppe dabei zu sein. Mal sehen, wie wir mit unserer Musik beim Krypteria-Publikum ankommen, sind wir doch nicht ganz so metallastig wie der Hauptact.
Ebenfalls als Support dabei ist die Hardrock-Band Corporate-ID aus Kiel.
Das Foto von Krypteria-Frontfrau Ji-In Cho und Schlagzeuger S. C. Kuschnerus habe ich am 08.08.2009 beim M’Era Luna in Hildesheim “geschossen”.
Update: Leider hat unser Keyboarder am vergangenen Freitag – also am Tag, als ich diesen Beitrag verfasst hatte – seinen Ausstieg bei Lady Chaos bekannt gegeben, woraufhin sich die verbliebenen Musiker entschieden haben, den Gig abzusagen. Das ist sehr bedauerlich, aber Lady Chaos wird weitermachen und ist nun auf der Suche nach einem neuen Tastenmann im Raum Flensburg.
Geschrieben von Micha am Donnerstag, 27 August 2009
Die Musiker der deutsche Band Botany Bay veröffentlichen seit langer Zeit schon ihre Songs unter einer CC-Lizenz. In ihrer neuesten Veröffentlichung “Old Men With Ballpoint Pens” (”Alte Männer mit Kugelschreibern“) haben sie sich klar gegen Zensursula, Schäuble & Co. bekannt und sprechen am Ende des Videos (ja, bitte bis zum Ende schauen ) sogar eine Wahlempfehlung für die Piratenpartei zur Bundestagswahl am 27.09.2009 aus:
Wir haben Botany Bay nie als Vehikel für unsere weltanschaulichen oder politischen Ansichten betrachtet, sondern es ging uns immer um das Vermitteln von Gefühlen.
Unseren Gefühlen.
Dies ist auch bei unserem neuesten Song nicht anders, nur daß diese Gefühle dieses Mal eine politische Färbung haben. Es steht jedem Einzelnen natürlich frei, mit uns nicht einer Meinung zu sein… ebenso wie es ihm frei steht, zu glauben, was ihm von der Bild-Zeitung oder von Menschen wie Ursula von der Leyen erzählt wird. Aber wir können und werden nicht die Augen verschließen vor den mehr als nur bedenklichen Entwicklungen in diesem Land.
Da sollten wir Piraten im Gegenzug auch Botany Bay unterstützen und ihre Konzerte besuchen, ihre Musik und T-Shirts kaufen oder bei Jamendo spenden.
Eine meiner Entdeckungen des Jahres sind The Pains Of Being Pure At Heart aus New York, über die ich hier schon öfter berichtet habe. Ich habe jetzt erst ein Interview entdeckt, dass IntroTV mit Kip (Gesang und Gitarre) und Alex (Bass) geführt hat. Unter anderem wurden sie auch zu “Piracy” befragt (ab Minute 3:51). The Pains Of Being Pure At Heart finden es in Ordnung, wenn Leute ihre Songs downloaden, weil sie vielleicht den Bandnamen lustig finden und anschließend zum Konzert kommen und vielleicht noch eine LP kaufen (Ja, Vinyl gibt es bei denen noch).
“It’s the modern world and people just have to deal with it.” (Kip Berman, The Pains Of Being Pure At Heart)
An diesem “to deal with it” krankt unser System noch. Nicht jeder illegale Download ist ein entgangener Gewinn, manchmal aber ein guter Werbeträger, wenn die Musik gut ist und ein Fan damit gewonnen wurde. Das sehen die Damen und Herren von der Musikindustrie naturgemäß anders und auch die gut lebenden Stars wollen ihren Lebensstandard halten und schicken ihre Fans dafür sogar ins Gefängnis.
In diesem Zusammenhang kann ich auch Björk zitieren, die bereits 2001 sagte:
“In den vergangenen 2000 Jahren standen Musiker nie an der Spitze der Gesellschaftspyramide. Das sind sie erst, seitdem es diese große Musikindustriemaschine gibt, die sie zu Stars hochpushen.” (Björk)
Ich möchte ja selbst gern mit meiner Band bekannt werden, aber nicht, um unermeßliche Reichtümer anzuhäufen, sondern um vor großem Publikum zu spielen und es mit der Musik zu erfreuen. Da wäre doch das bedingungslose Grundeinkommen eine gute Ergänzung zu den T-Shirt-Verkäufen.
Niemals würden Sie es anderen Menschen erlauben, in Ihren privaten Sachen zu schnüffeln, Sie zu bespitzeln oder zu belauschen. Was aber, wenn diese anderen Menschen den Staat oder die Wirtschaft repräsentieren? Ist Ihnen die totale Überwachung dann egal? Die Warnungen vor Terror und Kriminalität und die Annehmlichkeiten von Plastikkarten und Freundschaften im Internet lenken von einer Gefahr ab, die uns allen droht: dem transparenten Menschen. Bevor es so weit kommt, schlagen Juli Zeh und Ilija Trojanow mit einer engagierten Kampfschrift Alarm. Ihr Buch wird viele Menschen aufrütteln, die sich zu lange in falscher Sicherheit wiegten – denn unsere Bürgerrechte stehen auf dem Spiel.
Laut Björn ist einem mit der Materie vertrauten Netzmenschen vieles schon bekannt, was in dem Buch beschrieben wird, aber es soll gute Argumentationshilfen bieten, Eltern, Nachbarn und Bekannten an das Thema heranzuführen. Das ist ja auch für den Piraten-Wahlkampf nicht uninteressant.
Blöder Zensurfall, Zensurfail oder doch nur ein “blöder Zufall”, wie das österreichische Justizministerium folgenden Vorfall betitelt über den Heise heute berichtet:
Mitarbeiter des österreichischen Justizministeriums und der Gerichte konnten tagelang nicht auf eine Website mit kritischen Inhalten zugreifen. Beim Versuch, die Website www.florianklenk.com aufzurufen, wurde ihnen sogar mit einem Disziplinarverfahren gedroht. Die Sperre trat offenbar kurz nach dem Zeitpunkt in Kraft, nach dem auf der Website ein kritischer Bericht über Vorgänge im Justizministerium veröffentlicht worden war.
Da hätten wir also den Beweis, wie schnell man – “blöder Zensurfall” hin oder her – in einen Sperrmechanismus hineingerät. In Österreich zwar nur im Kleinen, aber Zensursula will ja die Netzsperren für das ganze Internet. Bildblog, Niggemeier, Weinreich, alle wegsperren – die Webseiten zumindest – erstmal.
Am vergangenen Sonntag fand in Kiel der Landesparteitag der Piratenpartei Schleswig-Holstein statt. Ort des Geschehens war der Eckmann-Speicher direkt an der Förde, mit Blick auf die großen Skandinavien-Fähren und auf der 3-Mast-Schoner Thor Heyerdahl, der fast direkt vor dem Speicher festgemacht hatte. Was lag da näher, als das stolze Schiff zu entern und als Location für ein Fotoshooting zu nutzen?
Piraten auf der Thor Heyerdahl. (Foto: Torsten Krahn, Lizenz: CC-by-nc-nd)
Da die wichtigsten Tagesordnungspunkte “Wahlen der Landeslistenkandidaten” und “Wahlen der Direktkandidaten” bereits auf der Mitgliederversammlung vom 26.07.2009 abgehandelt wurden (es mußte ja durch die vorgezogenen Neuwahlen schneller gehen als geplant), ging es nun “nur noch” um Satzungsänderungsanträge und landesspezifische Wahlkampfthemen. Für die Listen- und Direktpiraten gab es die noch fehlenden Formulare sowie für jeden Wahlkreis 50 Wahlplakate.
Ich hatte ja bereits über die neue Piraten-Hymne “Alle, die mit uns den Bundestag entern” berichtet. Ich bin darauf bei Youtube aufmerksam geworden, wo ein Video zu diesem Song eingestellt wurde, welches allerdings urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial beinhaltet. Daher habe ich euch das Video vorenthalten.
Nun gibt es aber ein offizielles Musikvideo der Bordkapelle um Aaron Koenig, das in Berlin gedreht wurde:
John Hughes ist tot. Er starb gestern im Alter von 59 Jahren an einem Herzinfakt.
Mir wird der Drehbuchautor (A), Regisseur (R) und Produzent (P) in erster Linie aus meiner Jugendzeit durch die großartigen Filme “Der Frühstücksclub” (A/R/P), “Ferris macht blau” (A/R/P), “Pretty in Pink” (A) und “Ist sie nicht wunderbar?” (A/P) in Erinnerung bleiben, auch durch die in diesen Filmen verwendete Musik (das Drehbuch zu “Pretty in Pink” entstand übrigens nach dem Song von The Psychedelic Furs). Zum Beispiel diese wunderschöne Instrumental-Version von “Please please please let me get what I want” von The Dream Academy (im Original von The Smiths), die in dem Film “Ferris macht blau” verwendet wurde: