The Kyoto Connection sind aufmerksamen Beobachtern der Creative-Commons-Szene schon länger ein Begriff, das argentinische Elektro-Pop-Projekt zählte mit dem Song “Take On Me” zu den Gewinnern des Free! Music! Contest 2010 und war ebenfalls im letzten Jahr mit “The Best Days Of My Life” einige Monate in den Free Music Charts vertreten. Beide Titel stammten aus dem Album “No Headphones Required“.
“Father | Son“, das erste Konzept-Album von The Kyoto Connection, ist am 15.10.2011 erschienen und führt uns auf eine musikalische Reise durch den Kreislauf des Lebens. Es beschreibt Momente und Gefühle wie Wachstum, Liebe, Hass und Mitgefühl und den Platz des Einzelnen in der Mitte des Universums, durch eingängige elektronische Klänge und fernöstliche Melodien.
Nach dem instrumentalen Intro “Entrance Into Nebula” bekommen wir bei “Shine For The Rest Of Us” die Stimme der neuen Sängerin Laura Lang zu hören. Das folgende “Growing Up” ist für mich der beste Song des Albums, nach einem gesprochenen Intro kommt ein ruhiger Gesangspart von Laura, der von einem UpTempo-Violinen-Part abgelöst wird, bevor das Lied wieder ruhig ausklingt. In “Enter The Vortex” kommen dann sphärische Klänge zu Tage, die uns durch den instrumentalen Song leiten.
“In The Middle Of Somewhere” wird wieder durch fernöstliche Elemente und Lauras Stimme dominiert. Das vorletzte Lied heißt “The Last Days Of A Samurai Soul“, bei dem ein schönes Piano zum Einsatz kommt und ethnische Percussions, die zusammen eine ruhige Stimmung vermitteln. Zum Abschluß darf Jesica Rubino, die auch für die Violine verantwortlich ist, die wunderschöne Ballade “Full Circle” vortragen. Und als die letzen Worte “As father becomes the son, story is over, the circle is done” gesprochen wurden, habe ich eine Gänsehaut bekommen.
Für das Songwriting war wieder der Kopf des Projektes, Facundo Arena, verantwortlich, der neben den bereits erwähnten Damen auch von Rodrigo Trado (Drums, Percussions, Programming) unterstützt wird.
Geschrieben von Micha am Donnerstag, 27 Oktober 2011
Am Montag war es wieder soweit, die Free Music Charts für den Monat Oktober 2011 wurden veröffentlicht. Für meine Band Lichtscheu ging es wieder aufwärts bis auf den zweiten Platz, den Spitzenplatz schnappte uns allerdings The Womb aus Australien weg. Dann können wir uns ja zumindest “Best German Act” nennen, oder?
Für unser “Träum süß” ist jetzt Bergfest, dreimal sind wir nun in den Free Music Charts vertreten gewesen, maximal dreimal können wir noch dranhängen, dann ist nach den Regeln Schluß.
Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Leser dazu beitragen, dass wir auch im November eine gute Plazierung erreichen. Ihr dürft einmal pro Monat für bis zu 5 Bands stimmen. Ihr könnt euch die Sendung als Entscheidungshilfe jederzeit als Podcast anhören.
Auf einer Verfolgungsjagd fühle ich mich auch manchmal, wenn ich einige Beiträge des Projekts 52 Songs schleifen ließ und hinterherhecheln muß. Mit der 16. Ausgabe bin ich auch schon wieder spät dran, daher möchte ich nur kurz den ersten Song vorstellen, der mir zum Thema “Verfolgungsjagd” einfällt (muß wohl am Video liegen):
Wenn Amanda Palmer über Twitter eine junge Musikerin empfiehlt, kann man ruhig mal einen Blick und ein Ohr riskieren. Optisch paßt Unwoman sehr gut zu Amanda allerdings ist das Hauptinstrument von Erica Mulkey nicht das E-Piano – obwohl sie auch das erlernt hat – sondern das Cello. Dazu mixt sie Synthie-Pop und Goth-Elemente zu einem stimmungsvollen Dark Wave.
Sieben Alben hat Unwoman seit 2002 herausgebracht, wobei das letzte Werk unter dem Titel “Uncovered Volume 1” durchweg Coverversionen z. B. von Joy Division, Madonna, Front 242, Michael Jackson, Nine Inch Nails und Tori Amos enthält und daher nicht unter Creative Commons steht. Ihre eigenen Stücke lizensiert sie aber unter CC by-nc-sa.
Alle Veröffentlichungen sind als Download bei Bandcamp erhältlich, manche auch als aufwändig gestaltete CD(R)s. Unwoman hat nicht nur das Potenzial, in der Gothic- und Steampunk-Szene einzuschlagen, sondern mit ihren gefühlvollen Songs auch darüber hinaus viele Fans zu gewinnen.
Aktuell läuft noch bis zum 25.10.2011 eine Aktion bei Kickstarter mit der Unwoman Geld für die Produktion einer Video-Dokumentation sammelt, die im Januar 2012 erscheinen soll und von ihrer gerade abgeschlossenen Tour mit Auftritten in Portland und bei der Steamcon III in Seattle handeln wird.
Geschrieben von Micha am Dienstag, 18 Oktober 2011
Es gibt was Neues von Zoe.LeelA, zwar läßt das für den 04.11.2011 angekündigte erste Full-Length-Album der jungen Berlinerin, “Digital Guilt“, noch länger auf sich warten, doch es gibt schon mal die erste Single-Auskopplung, “Come On“, als kostenlosen Download unter Creative Commons. Dazu gibt es auch einen Video-Clip, der vor wenigen Wochen im Berliner Wahlkampf gedreht sein dürfte, wir die gelegentlich auftauchenden Wahlplakate vermuten lassen:
Das Album soll dann am 17.02.2012 unter Creative Commons veröffentlicht werden, dabei wird Zoe nicht nur vom Kölner Netlabel rec72 unterstützt, bei dem 2009 die EP “Queendom Come” erschienen ist, sondern auch von Tim Renners Motor Music.
Der Titel des Albums ist schon als Statement zu Zoes Verständnis von der digitalen Welt zu verstehen. “Haben wir die Informationsüberflutung überhaupt noch unter Kontrolle oder werden wir kontrolliert? Stellt uns die real-digitale Gesellschaft vor eine dauernde Bringschuld? Kämpfen wir nicht mittlerweile mit den Herausforderungen einer nachtragenden Welt, die nichts, aber auch gar nichts vergisst? „Actions are visible“ lautet eine Zeile in ZOE.LEELAs Song Come On.” erklärt uns die Presseinfo und führt zur Musik aus: “Druckvoller Drum & Bass, treibende Grooves, Jazzfetzen, Dub-Fragmente, mitreißende Melodien und eine immer wieder sehr persönliche, ergreifende Stimme machen die Musik aufwühlend und körperlich. Dabei fällt auf, mit welcher Selbstverständlichkeit ZOE.LEELA sich unterschiedlichste Stile einverleibt, mit Vielseitigkeit spielt. Von Swing über Hip Hop bis zum Jazz – die Künstlerin scheint alle Genres souverän zu beherrschen.”
Ein großer Online-Versender nimmt bereits Vorbestellungen für die physische Ausgabe von Digital Guilt entgegen und in der Zwischenzeit kann man gut “Queendom Come” nochmal hervorkramen, an “Destroy She Says” habe ich mich zum Beispiel noch nicht satt gehört..
Friedlich Chiller aus München ist eine One-Man-Band 2.0 und gehört zu den Gewinnern des Free! Music! Contest 2011. In dem Zusammenhang ist er auch einer der Künstler, die für die Rechnung der Gema an die Musikpiraten “verantwortlich” sind, weil die große Verwertungsgesellschaft einer Namensverwechselung aufgesessen ist. Das soll uns aber nicht von der Musik ablenken, die Andreas Herr, so sein bürgerlicher Name, im Alleingang produziert.
Im Januar 2010 erschien das Album “Kaba und Limbo“, im Mai 2011 dann der Nachfolger “Räuber“, beides als online-only-release unter Creative Commons by-nc-sa. Die Musik läßt sich unter Deutsch-Rock zwischen Farin Urlaub und Tomte einordnen, angereichert mit Ska-, Punk- und Metal-Einlagen und nicht immer mit deutschen Texten. Besonders “Räuber” enthält einige sehr schöne Tracks wie das epische, fast 9 Minuten lange “Copy/Paste” oder das alternative-rockige “Montauk“. Mittlerweile ist “Räuber” auf 23 Titel angewachsen und sollte somit für fast jeden Geschmack etwas bereithalten: