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ausgebrand?

Heute um 18:15 Uhr kommt es bei der Handball-Europameisterschaft zu einem echten Endspiel zwischen Deutschland und Schweden. Dabei geht es darum, wer nach 3 sieglosen Spielen in Österreich die Koffer schon wieder packen darf.

Für die „Tre Kronor“, die die Weltmeisterschaft 2011 ausrichten werden, sind die goldenen Zeiten lange vorbei und auch das DHB-Team befindet sich auf dem absteigenden Ast. Mit Platz 9 bei den Olympischen Spielen 2008 und Platz 5 bei der WM 2009 blieb Heiner Brand unter den Erwartungen.

Ich kann das Spiel leider nicht sehen (die ARD überträgt ab 18 Uhr live aus Innsbruck), werde aber den Schweden die Daumen halten, schließlich bin ich als Lokalpatriot den Flensburger Spielern Dan Beutler, Johan Sjöstrand, Tobias Karlsson und Oscar Carlén verbunden.

Außerdem hoffe ich, dass nach einer Niederlage der Deutschen eine neue Ära anfangen kann, denn meiner Meinung nach ist es Zeit dafür. Heiner Brand wird im Falle des Ausscheidens wieder die Bundesligaclubs angreifen, die eher auf internationale Spieler setzen, als etwas für den eigenen Nachwuchs zu tun (was so ja aber nicht stimmt). Er wird wieder eine Ausländerquote fordern, die allerdings nicht die Deutsche Nationalmannschaft stärken, sondern die Bundesliga schwächen würde. Angesichts des Rentenvertrages bis 2013, den der DHB mit Brand im Weltmeister-Jahr 2007 siegestrunken abgeschlossen hat, glaube ich allerdings nicht an eine personelle Veränderung.

Heja Sverige!

Handball-WM: Showdown ums Halbfinale

In den Hauptguppen der Handball-WM ist heute wieder Ruhetag, den möchte ich wieder für ein Zwischenfazit nutzen.

Ja, nun ist es vorbei mit der Herrlichkeit im deutschen Lager, gegen Norwegen gab es gestern die erste Niederlage im Turnier, nachdem das Team doch so klar auf Kurs Titelverteidigung lag. Die Szenen am Ende des Spieles hat sicher schon jeder gesehen. War natürlich spektakulär, wie die Schiedsrichter den Einwurf mehrfach wiederholen ließen, während dem DHB-Team die Zeit davon rann und letztendlich auch nicht mehr zum Ausgleich reichte. Schade, aber als Tatsachenendscheidung der Schiedsrichter nicht zu beanstanden, die hätten nämlich nicht, wie dieser Tage oft behauptet wird, die Uhr anhalten müssen. Sie hätten es können, das ist richtig, aber warum sollen sie in der letzten Minute die Zeit stoppen und z. B. in der 23. Minute nicht? Die deutsche Mannschaft hat es doch nicht geschafft, die Entscheidung vorher, in immerhin gut 60 Minuten, herbeizuführen. Ist natürlich unglücklich, aber an einer Entscheidung liegt es nie, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Zu guter letzt war das Glück auch oftmals schon auf Seiten der deutschen Mannschaft, da wurde dann auch nicht genörgelt. Wie heißt es bei der von mir sehr geschätzten Band Kettcar: „Das Gute an schlechten Zeiten: Pferde satteln, weiterreiten„.

Und weiter geht es mit einem furiosen Finale in der Hauptrundengruppe II. Während in der anderen Gruppe schon Frankreich und Kroatien im Halbfinale stehen und im direkten Aufeinandertreffen den Gruppensieger ausmachen, haben Dänemark, Deutschland, Polen und Norwegen noch Chancen auf ein Weiterkommen. Das Tolle für uns Zuschauer, es kommt auch hier zu den direkten Duellen Deutschland – Dänemark und Polen – Norwegen, nicht so toll ist, dass die Spiele nicht zeitgleich stattfinden (RTL sei dank!). Polen und Norwegen können in Ruhe den Ausgang des ersten Spieles abwarten, und sich dann ausrechnen, was noch geht:

Gewinnt Dänemark, ist Deutschland sicher draußen und der Sieger der Partie Polen – Norwegen ist weiter. Endet das zweite Spiel unentschieden, sind Deutschland, Polen und Norwegen punktgleich und Norwegen ist aufgrund des direkten Vergleiches mit Deutschland weiter.

Gewinnt Deutschland, kann nur noch Polen die Dänen mit einem Sieg ums Halbfinale bringen, da Norwegen bereits in der Vorrunde gegen Dänemark unterlegen war, Polen den direkten Vergleich aber gewann. Endet das zweite Spiel unentschieden, sind beide raus und Dänemark und Deutschland im Halbfinale.

Wenn nun Dänemark und Deutschland unentschieden spielen, ist Dänemark sicher Gruppenerster und Polen auf jeden Fall draußen auch bei einem Sieg. Gewinnt allerdings Norwegen, kommen sie aufgrund des direkten Vergleiches mit Deutschland weiter. Enden beide Spiel unentschieden, sind Dänemark und Deutschland im Halbfinale.

Ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht verrechnet. 😉

Wäre also wirklich spannender gewesen, alle Spiele zeitgleich auszutragen, aber so sind die tatsächlichen Anwurfzeiten:

15.30 Uhr: Mazedonien – Serbien (DSF)
17.30 Uhr: Deutschland – Dänemark (RTL)
20.15 Uhr: Polen – Norwegen (DSF, Konferrenzschaltung)

20.15 Uhr: Frankreich – Kroatien (DSF, Konferrenzschaltung)

Dänemark zerstört deutsche Medaillenträume

Als Fan der SG Flensburg-Handewitt bin ich immer ein wenig hin- und hergerissen, wenn es um Turniere geht, bei denen die Nationalmannschaften aus Deutschland und Dänemark aufeinander treffen. Nicht umsonst wird der nördlichste Bundesligist schon mal als „SG Dänemark“ verballhornt und ich bange lieber mit den dänischen SG-Profis als mit Klein und Zeitz vom „Klassenfeind“ THW Kiel. Bei Olympia war dieses Aufeinandertreffen für den heutigen letzten Spieltag der Vorrunde vorgesehen. Die Ausgangslage war für die Teams grundverschieden: Die Jungs von Heiner Brand konnten mit einem Sieg Gruppenerster werden und sogar ein Unentscheiden würde für das Weiterkommen reichen. Die Dänen hatten sich im Turnierverlauf bereits 2 Unentschieden und eine Niederlage erlaubt und mußten den Weltmeister unbedingt besiegen, um das Ticket für das Viertelfinale zu lösen. Und so kam es denn auch, beim 27:21 (15:12) war es ausgerechnet der Neu-Flensburger Lasse Boesen, der mit 8 Toren das Schicksal der DHB-Mannschaft besiegelte. Nun kann ich ganz entspannt den Dänen die Daumen halten, die am Mittwoch auf den Olympiasieger von 2004, Kroatien, treffen.