Hollydrift ist Mathyas Anderson aus USA, der sich nicht als Musiker bezeichnet, sondern als Audiokünstler. Er vereint Synthesizer, Drum-Maschinen, Geräusch- und Sprachsamples zu einer “schmierigen Showgaze-Form von Darkwave” oder kurz “Electronic Shoegaze”. Nachzuhören ist das auf den EPs “Halting Gait” (2008), “Peachfuzz” (2009) und “Wreath Of Algoma” (2009).
Interessant ist auch das Statement auf seiner Internetseite:
I offer my music free of charge by file download or through clement netlabels. The buy link on the site is an impediment of the capitalist rule that has gripped this planet far too long. Here, the word buy simply describes the mechanical proccess of receiving what you need freely. Art is for everyone, even if your purse is empty.
Word.
Videos von Hollydrift gibt es auch, sie sind so eigenwillig wie die Musik. Als Beispiel “Buckles and Bows”, mein Favorit von der “Halting Gait EP”:
Zufällig hat Mathyas Anderson gerade heute auf seiner Internetseite das Ende von Hollydrift bekannt gegeben. Sehr schade, aber immerhin habe ich dieses Projekt noch rechtzeitig gunug entdeckt, um es am heutigen Free-Music-Friday vorzustellen. Der Internetauftritt wird im November vom Netz gehen, die EPs werden aber hoffentlich noch lange bei Archive.org und den Netlabels Test Tube und BFW Recordings erhältlich sein. Anderson will unter neuem Namen und neuem Konzept zurückkommen, man darf gespannt sein.
Wir haben es im letzten Jahr erlebt, wann immer die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen aka Zensursula die Kinderporno-Keule schwang, herrschte nur noch betretenes Schweigen und absolute Zustimmung. Ja, Kinderpornographie ist ein schlimmes Verbrechen. Ja, das Internet ist Kinderpornographie. Ja, jeder ist nur 2 Klicks von der nächsten KiPo-Seite entfernt. Ja, Kinderpornographie birgt ein Sucht-Potential. Da muß man einfach ein Filtersystem entwickeln, um den Zugang zu diese Inhalte zu erschweren.
Diese Strategie ist allerdings nicht auf ihrem Mist gewachsen, sondern bereits 2007 in den Think Tanks der Rechteverwerter, wie der schwedische Europaparlamentarier der Piratenpartei, Christian Engström, gestern in seinem Blog veröffentlichte:
”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we can get them to start blocking file sharing sites”. [...] ”One day we will have a giant filter that we develop in close cooperation with IFPI and MPA. We continuously monitor the child porn on the net, to show the politicians that filtering works. Child porn is an issue they understand,” Johan Schlüter said with a grin, his whole being radiating pride and enthusiasm from the podium.
Zoe.LeelA ist Sängerin und Schauspielerin aus Berlin, aus dem beschaulichen Ulm zog es die Tochter einer Kroatin und eines Italieners gleich nach dem Abitur dorthin. Musikalisch bewegt sie sich im Genre-Mix “Urban, Hip Hop, Electro, Jazz”, wie sie auf ihrer Facebook-Seite angibt. Da ich persönlich mit solchen Begriffen wenig anfangen kann (was soll beispielsweise “Urban” sein, wird in der Großstadt andere Musik gemacht, als auf dem platten Land? O_o), empfehle ich, sich selbst ein Klangbild zu verschaffen.
Ende letzten Jahres, am 30. November 2009, veröffentlichte Zoe.LeelA ihr Debüt-Album “Queendom Come” beim Kölner Netlabel rec72, natürlich unter Creative Commons. Vor einer Woche, am 16. April, erschien ihre Mono-Single “U.G.L.Y.“, ein Titel, der nicht aus dem Album stammt.
3Dsupply hatte im letzten Jahr schon eine sehr nette Werbeaktion, bei der sie kostenlose Piratenpartei- und Zensursula-Shirts angeboten haben. Man mußte lediglich die Versandkosten zahlen und durfte nur 1 Shirt pro Bestellung kaufen. Auf diese Weise bin auch ich zu meinem Piratenpartei-Shirt gekommen.
Nun gibt es eine neue Aktion für Blogger, Shirt4Link. Für einen Link gibt es ein T-Shirt nach Wahl, ich habe mir dieses gute Stück ausgesucht, war gar nicht so leicht, die haben einige gute Motive im Angebot. “Will blog for Shirt” gibt es allerdings nicht, noch nicht?
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg findet Privatsphäre überholt. Hat er Recht? Einerseits veröffentlichen zunehmend mehr Menschen im Internet Informationen über sich. Andererseits wachsen Kritik und Protest gegen Datenspeicherung und Überwachung – sei es durch Konzerne wie Google oder Regierungen. Wie also sieht die Privatsphäre im 21. Jahrhundert aus?
Gestern war der 3. Montag im April und das bedeutet, dass Darkerradio am Abend die Free Music Charts gesendet hat. Wer die Sendung nicht live hören konnte, kann dies dank des Podcasts jederzeit nachholen und außerdem natürlich auch nachlesen und die einzelnen Titel anhören.
Alle meine Favoriten sind diesen Monat noch einmal wählbar (nach 6 Monaten in den Charts fliegt ein Titel aus dem Voting), ich muß mir noch die 6 Neuvorstellungen in Ruhe mehrfach anhören, bevor ich meine 5 Stimmen wieder abgebe. Die Abstimmung für die nächste Ausgabe der Free Music Charts läuft bis 24. Mai 2010 um 10 Uhr.
Ich habe lange überlegt, ob und was ich zum Tod von Peter Steele (Type O Negative) schreiben soll, dann fand ich einen Beitrag, der mir aus der Seele spricht:
Dahinter verbergen sich die Musiker Din-Tah Æon und n1n0, die am 15. Februar 2010 mit “per aspera ad astra” ihr Debutalbum abgeliefert haben. Außerdem haben sie es im März geschafft, mit dem Song “Agnosia” von 0 auf Platz 1 in die Free-Music-Charts bei Darkerradio einzusteigen, was so verwunderlich aber doch nicht ist, treffen æon sable doch genau den Nerv der eher düster orientierten Darkerradiohörer. Auch in der aktuellen und noch bis Montag laufenden Abstimmung liegen sie wieder klar vorn.
Das Album ist ein Muß für Freunde des Gothic-Rocks der 80er im Stile von Bands wie Fields of the Nephilim oder The Sisters of Mercy, aber auch Anklänge von Nick Cave, Lacrimosa und The Cure habe ich herausgehört. Insofern kann ich Falk Merten nur zustimmen, wenn er über seine Schützlinge (Falk ist Mitinhaber des Labels afmusic) schreibt:
æon sable schafft somit auf Anhieb den Spagat zwischen extremem 80er Flair und progressivem Gothic Rock, ohne dabei kitschig zu werden. Und steht somit qualitativ weit über dem derzeitigen Standard in diesem Musikbereich. Wer auf harmonische Melodien mit vielen Schnörkeln steht, die düsteren 80er nicht gänzlich aus dem musikalischen Gedächtnis gestrichen hat und sich dieser Melancholie hingeben möchte, sollte unbedingt zwei Ohren riskieren.
Neben der Möglichkeit, das Werk kostenlos oder gegen Gebühr (Name your prize, nöch!) bei Bandcamp, Jamendo oder afmusic herunterzuladen, gibt es seit dieser Woche eine auf 50 Exemplare limitierte Digipak-CD-Edition, die für gerade mal € 6,66 über Bandcamp bestellt werden kann.