Wir blicken heute mal wieder über die Alpen, zum südtiroler Netlabel Airbagpromo Records. Dort ist bereits am 08.03.2012 das dritte Album der Alternatve-/Indie-Rockband Zeugshmitz erschienen, mit dem die Band ihr 20-jähriges Bestehen feiert.
„twenty_eleven“ heißt das Jubiläumswerk von Gerd Stoll (Gitarre, Gesang), Klaus Balzarek (Gitarre, Gesang), Egon Niederkofler (Bass) und Matthias Pallua (Schlagzeug), die sich zu dem Anlaß auch ein Musikvideo gegönnt haben:
Der in Australien lebende Engländer Alan Driscoll ist mit seinem Bandprojekt The Womb bereits ein alter Bekannten in der Free-Music-Szene. Das schwedische Netlabel 23 Seconds hat am 02.04.2012 bereits das 5. Album von ihm veröffentlicht. „How To Deal With People Who Refuse To Leave A Burning Building“ ist allerdings tatsächlich schon das 16. Album von The Womb, die von Driscoll 1998 als Schülerband ins Leben gerufen wurde und schon zahlreiche Line-Up-Änderungen mitgemacht hat. Aktuell ist neben dem Mastermind die Sängerin und Gitarristin Penny Walker-Keefe mit von der Partie, die bereits an zwei Songs im Februar erschienenen Albums „Shelley Avenue“ beteiligt war.
Driscoll selbst sagt über „How To Deal With People Who Refuse To Leave A Burning Building„, es sei sein bisher dunkelstes, verrücktestes und vielleicht auch bestes Album. In jedem Fall ist es eines seiner vielschichtigsten und experimentierfreudigsten Werke, vom britischen Indie-Gitarren-Pop über Electronica bis hin zu Urban Trip-Hop reicht die Palette.
Die amerikanische Indie-Popband Starlight Girls kommt aus Brooklyn und ist trotz des Namens nur zur Hälfte weiblich, wie man unschwer auf dem Bandfoto erkennen kann. Christina (Gesang/Keyboards/Flöte) und Karys (Schlagzeug/Gesang) haben mit ihren männlichen Mitstreitern Shaw (Gitarre) und Mark (Bass) am 01. April ihre Debüt-EP, die ebenfalls „Starlight Girls“ benannt ist, unter CC BY-NC veröffentlicht.
Die Band entstand erst 2011 aus einem Solo-Projekt der Sängerin Christina, das erst als „Christina B“ und später als „Christina B and the Starlight Girls“ bestand.
Die 5-Track-EP „Starlight Girls“ enthält spritzigen Retro-Pop mit den dominierenden Bestandteilen 60er-Jahre Orgel, süßer, teils zweistimmiger weiblicher Gesang und Flötensolos. Das ganze mal verträumt, mal tanzbar und sehr abwechslungsreich.
Für die ruhigen Parts steht „Flutterby„, zu dem es auch ein offizielles Musikvideo gibt:
Nebenbei bearbeiten die Starlight Girls auch Songs anderer Künstler, „All Around And Away We Go“ von Twin Sister und „Classic Girl“ von Deidre wurden bisher remixt.
Ein weiteres interessantes Projekt von Karys und Shan ist eine Mailingliste, die jeden Monat ein Mixtape mit 10 kostenlosen (wenn auch nicht nicht immer CC-lizensiert) Songs von 10 verschiedenen bekannten und weniger bekannten Künstlern ins elektronische Postfach liefert.
Neon Zoo ist ein weiteres Highlight aus dem Hause AF-Music. Das Duisburger Netlabel veröffentlichte am 30. März das zweite Album der britischen Dark-Rocker, O (CC BY-NC-ND).
Wurden auf dem Vorgänger “Heaven Sin†(Download bei Bandcamp) schon die Abgründe der menschlichen Seele erforscht, geht “O†noch einen Schritt weiter. Düsterer, mit mehr Sex-Appeal und zahlreichen Wendungen, pulsiert das Album zwischen großen mitreißenden Tanzflächenfüllern, wie “Purity†oder “Haunt†und bedrohlich lockenden und rätselhaft faszinierenden Momenten der dunklen Hingabe, die in Songs wie “The Offeringâ€, “The Voyeur†oder “Seethe†durch den Gesang getragen werden.
“O†ist ein Album der anderen Art, in welchem sich 2 Jahre als Audioproduzent manifestieren. “O†kann vieles sein – ein Kreis, ein Ring, ein Loch…oder einfach nur ein Zeichen der stetigen Veränderung. Wie die Liveband wurden die Studioaufnahmen von wechselnden Gastmusikern unterstützt. So gastieren auf dem Album unter anderem Richard (Bass) und Mike (Mitglied der Band Manuskript). Die gebündelte Kreativität, die tiefgründigen Texte und die professionelle Produktion lassen “O†zu einem wahren Meisterwerk werden.
Die kostenlose CC-Edition enthält 11 Songs, die Extended-Version ist mit 6 Bonustracks für 9,90 Euro zu haben.
Björn & Gorden habe ich schon vor ein paar Wochen entdeckt und begonnen, einen Beitrag für den Free-Music-Friday zu schreiben. Dann las ich aber, dass nach der EP „Electrr“ (Headphonica, CC BY-NC-SA 3.0) eine neue Veröffentlichung kurz bevor stehen sollte, so dass ich darauf warten wollte. Nun liegt die EP „Autumnica“ vor bzw. wurde vorab in die Soundcloud geladen.
„Electronic Post-Rock“ nennen die beiden Dortmunder ihre Musik, eine wunderschöne Melange aus electronischen Rythmen, Synthie-Klängen mit New-Wave- und Rock-Gitarren, die meist instrumental daherkommt. Björn und Gorden kennen sich aus der Schule und haben schon dort angefangen, gemeinsam in verschiedenen Bands Musik zu machen. Später trennten sich ihre Wege und jeder machte sein eigenes Ding. Gorden ging nach Münster und brachte mit der Lofi-HipHop Band Kirmes 3 CD heraus, während Björn in Dortmund u. a. mit der Post-Rock-Band System 2 und der DIY Ska-Truppe Wellensittichsalat die dortige Szene bereicherte.
2010 fanden sie als Björn & Gorden wieder zusammen und veröffentlichten die oben bereits erwöhnte EP „Electrr„:
Der Nachfolger „Autumnica“ wird in Kürze auch bei Headphonica erscheinen, mit einem weiteren Track, der noch nicht bei der Soundcloud-Version enthalten ist. Dort sind 4 Titel von Björn & Gorden zu hören sowie ein Remix, den sie für die Band Pop<>Soda aus Los Angeles angefertigt haben und demnächst in den USA auf Vinyl erscheinen wird.