Zufälle gibt’s: Vor einigen Tagen stieß ich bei Facebook auf ein Bild von Kitty Jay’s Grab, das von Sven Scholz gepostet wurde. Dieses Grab ist vermutlich die letzte Ruhestätte einer Selbstmörderin, die sich Ende des 18. Jahrhunderts das Leben nahm. Jeden Tag werden von Unbekannten frische Blumen auf das Grab gelegt.
Und diesen Tag haben die Musikpiraten ganz bewußt für die Bekanntgabe der Gewinner des Free! Music! Contests 2012 gewählt, der in diesem Jahr unter dem Motto „Freedom & Free Beer“ steht. 36 Titel liegen zum kostenlosen (oder gegen einen selbstgewählten Betrag) Download bereit. Eine Doppel-CD im Digipak wird es auch wieder geben, eine Auflage von 1000 Stück wird ab Oktober verfügbar sein, zum Preis von 2,50 €/Stück.
Und ein Song von texasradiofish, dem amerikanischen Musikprojekt, das Auslöser für den Rechtsstreit war, ist auch wieder dabei.
Disclosure: Ich bin Mitglied des Musikpiraten e. V. und gehörte der Jury des Free! Music! Contest an.
Am heutigen Free-Music-Friday trage ich Eulen nach Athen, denn Josh Woodward ist wohl einer der bekanntesten Musiker in der CC-Musik-Szene und ist immerhin so relevant, dass er einen Eintrag in der deutschen Wikipedia bekommen hat. Ich wurde vor einigen Wochen an ihn erinnert, als ich Ubuntu 12.04 installierte, denn dort ist sein „Swansong“ als Beispieldatei enthalten. Den letzten Anstoß zu diesem Artikel bekam ich dann durch die Mitteilung, dass am Dienstag sein neues Album „Wake“ erschienen ist.
„Wake“ ist Woodwards zehntes Album und das erste, seit er im letzten Jahr den Jamendo-Award in der Kategorie „Pop“ gewann. Unter Druck gesetzt wird ihn das aber nicht haben, denn das neue Album klingt frisch und locker, mal mehr nach Singer/Songwriter, mal (Indie)-rockig, mal zum Träumen und mal zum Mitwippen. Auch nach 10 Jahren musikalischen Schaffens scheint er die Lust noch nicht verloren zu haben, auch wenn er durch die Nutzung der Lizenz „Namensnennung“ dem kommerziellen Erfolg konsequent aus dem Weg geht. Oder gerade deshalb? Jedenfalls hat er über Kickstarter für die Produktion des Albums 3.631 US-$ eingenommen, anvisiert hatte er nur 1.500 „Bucks“ für die reinen CD-Herstellungskosten, nun kann er auch noch sein Equipment ein wenig aufstocken.
Dass Woodward alle Instrumente selbst spielt, hört man natürlich nicht heraus, aber für „Wake“ hat er sich bei den Aufnahmen gefilmt und schneidet Musikvideos daraus. Jeden Mittwoch wird ein neues Video bei Youtube erscheinen, den Anfang machte diese Woche „I Will Not Let You Let Me Down„:
Woodward-Fans werden auch bei „Wake“ auf ihre Kosten kommen, aber auch für den Einstieg ist es gut geeignet, zu Entdecken gibt es ja noch reichlich, bei über 180 freien Songs.
Brit-Pop aus Sibirien? Hatten wir schon mal von den Kites, der Eine oder Andere erinnert sich vielleicht. Ebenfalls vom Minomot Label werden The Just präsentiert, am 30.07.2012 erschien die dritte EP der Band aus Novosibirsk, mit dem Titel Самурай (Samurai). Ähnlich wie die Kites überzeugen The Just mit erfrischendem Indie Rock, nur dass sie in ihrer Muttersprache singen, was dem Hörgenuß aber keinem Abruch tut.
Als Einflüsse nennen Alex Loo (Gesang, Schlagzeug), Alex (Gesang, Gitarre), Dima (Gitarre, Keyboards, Programming) und Mary (Bass) u. a. The Beatles, Radiohead, Bloodsugars, Oasis, Blur und Coldplay, denen sie gekonnt nacheifern.
Benjamin Luikenga schließt die Beschreibung seines Musikprojektes mit den Sätzen: „Und schon wieder summe ich eine Melodie auf mein Handy, damit ich sie nicht vergesse und zu hause weiterverarbeiten kann. Ich kann nicht ohne ENGELSBLUT. Es ist wie eine Sucht, gegen die man sich nicht wehren kann.“ Auf dies Weise sind im Laufe der letzten 15 Jahre fast über 450 Songs entstanden, von denen fast die Hälfte bereits im Internet veröffentlicht wurde. Der Rest liegt noch im Dornröschenschlaf und wird bestimmt auch im Laufe der Zeit erwachen.
Stilistisch bewegt sich Engelsblut zwischen Darkwave, (Dark-)Folk und Gothic-Rock. Die bisherige Diskografie umfaßt die Alben „Herzträume“ (2005), „Passion“ (2005), „Engelsblut²“ (2006), „Orkan“ (2007), „Abschiedsbrief“ (2008), „P.S.“ (2009), „Stimmen“ (2011) und „Liebe“ (2012), die alle unter Creative Commons by-nc-sa stehen und direkt beim Erzeuger erhältlich sind.