Schlagwort: Piratenpartei

Free-Music-Friday: Emerald Park + Danish Daycare

Zum Brückentag gibt es ein „Double-Feature“ mit gleich 2 Bands oder genauer gesagt, mit einer Band und dem Soloprojekt des Gitarristen/Keyboarders.

Emerald Park ist eine 6-köpfige Band aus Malmö/Schweden, deren Album „For Tomorrow“ bereits 2008 bei afmusic erschienen ist. Im Jahr darauf veröffentlichte Daniel Jönsson unter dem Namen Danish Daycare sein Debüt-Album „A Story Of Hurt„. Sowohl Emerald Park als auch Danish Daycare setzen auf Gitarren-Indie-Pop im Stile von New Order, The National oder Stars und müssen sich dabei wahrlich nicht verstecken.

Nachdem Emerald Park am 14.02.2010 ihr Album als „2010 Edition“ mit 2 Bonustracks als kostenlosen Download wiederveröffentlicht haben, zog Jönsson am 10.05.2010 nach, so dass nun auch „A Story Of Hurt“ mit einem Bonustrack als „2010 Editionerhältlich ist:

<a href="http://emeraldpark.bandcamp.com/album/for-tomorrow-2010-edition">Intro by Emerald Park</a>

<a href="http://danishdaycare.bandcamp.com/album/a-story-of-hurt-2010-edition">A Purpose To My Sins by Danish Daycare</a>

Übrigens sind Emerald Park mit „Obscured By Lies“ in den Free-Music-Charts auf Darkerradio vertreten, es kann noch bis zum 24.05. abgestimmt werden.

Emerald Park im Netz:

Webseite
MySpace
Facebook

Danish Daycare im Netz:

MySpace

Free-Music-Friday: The Wars

Wenn eine Band sich auf The Chameleons, Bauhaus und Joy Division bezieht, dann kann sie meiner Aufmerksamkeit schon mal sicher sein.

Wenn die Musik das auch noch halten kann und unter Creative Commons veröffentlicht wird, dann stelle ich diese Band gern vor. Es handelt sich um das Berliner Trio The Wars, bestehend aus Chris Kowski, übrigens gebürtiger Sylter (Gesang/Gitarre), übrigens gebürtiger Sylter, Gernot Pohle (Bass) und Bruce Pankowski (Drums). Bruce kam als Letzter zur Band, vorher benutzten Chris und Gernot einen Drum-Computer.

Ende 2009 veröffentlichten The Wars ihre zweite EP „RIFT„, die kostenlos bei Jamendo“ oder für läppische € 3,95 bei 7digital als Download erhältlich ist, hier ist das Video zum Titeltrack:

DirektWars

Das erinnert mich auch ein wenig an She Wants Revenge, die ja ebenfalls auf dieser Welle reiten.

Für den Herbst 2010 ist eine Tour geplant und eine weitere EP ist bereits in Arbeit. Sie wird „No Meaning To Anything“ heißen und Ende 2010 erscheinen.

The Wars im Netz:

Myspace
Facebook
Twitter
YouTube

Umstrittene Einwilligungserklärungen an der Supermarktkasse

Der NDR meldet, dass der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Handelskette famila wegen umstrittener Einwilligungserklärungen bei Zahlung per EC-Karte mit Unterschrift Klage beim Landgericht Kiel eingereicht hat.

Hintergrund ist eine Situation, die wohl jeder Verbraucher kennt: Viele Kunden zahlen mit ihren EC-Karten an der Supermarktkasse, oft in aller Eile und per Unterschrift. Die Zeit, sich bei diesem Verfahren die Kassenzettel durchzulesen, hat kaum jemand. Die meisten dürften deshalb auch nicht wissen, dass sie der Weitergabe ihrer Kontodaten zustimmen, kritisiert der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert. „Verbraucher, die kein Bargeld oder keine Kreditkarte dabei haben, werden zudem quasi gezwungen, diese Einwilligungserklärung zu unterschreiben.“

Der Text auf dem Kassenzettel sei in der Regel zu kompliziert und zu lang, so Weichert. Bei famila sind es 35 Zeilen.

Es ist natürlich ganz klar und zu beanstanden, dass der Kunde per Unterschrift eine Einzugsermächtigung erteilen muß und auch auf die Folgen einer Nichteinlösung hingewiesen wird. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die Daten unkontrolliert an ominöse Vertragspartner weitergegeben werden, die zudem nicht namentlich benannt werden.

Warten wir mal ab, wie das LG Kiel entscheidet und ob weitere Supermarktketten auf das Verfahren mit PIN-Eingabe umsteigen, das zwar Kosten für die Unternehmen bedeutet, aber die Problematik mit der strittigen Einwilligungserklärung umgeht.

Copy.Right.Now!

Copy.Right.Now!

Gestern kam mein gedrucktes Exemplar des Readers „Copy.Right.Now! Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht„, den die grüne Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit iRights.info herausgebracht hat. Er enthält Texte zum Thema von Lawrence Lessig, Cory Doctorow, Tim Renner, Jens Seipenbusch und anderen.

Das geltende Urheberrechtsregime reibt sich zunehmend an der digitalen Alltagswirklichkeit. Während es ursprünglich als ein auf den „genialen” Schöpfer zugeschnittenes Schutzrecht gegen Missbrauch konzipiert war, verstoßen wir, ob gewollt oder unbeabsichtigt, täglich gegen bestehendes Recht. Verlustfreies Kopieren gilt den einen als Zugewinn an Freiheit, den anderen als Einschränkung von künstlerischer Verfügungsgewalt und drohender Einnahmenverlust. Ein Ende der „Copyright Wars“ erfordert ein politisches und rechtstheoretisches Neudenken.

Das Heft steht unter einer Creative Commons Lizenz und kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung heruntergeladen oder gegen Erstattung der Versandkosten bestellt werden.

Die Kinderporno-Strategie der Rechteverwerter

Wir haben es im letzten Jahr erlebt, wann immer die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen aka Zensursula die Kinderporno-Keule schwang, herrschte nur noch betretenes Schweigen und absolute Zustimmung. Ja, Kinderpornographie ist ein schlimmes Verbrechen. Ja, das Internet ist Kinderpornographie. Ja, jeder ist nur 2 Klicks von der nächsten KiPo-Seite entfernt. Ja, Kinderpornographie birgt ein Sucht-Potential. Da muß man einfach ein Filtersystem entwickeln, um den Zugang zu diese Inhalte zu erschweren.

Diese Strategie ist allerdings nicht auf ihrem Mist gewachsen, sondern bereits 2007 in den Think Tanks der Rechteverwerter, wie der schwedische Europaparlamentarier der Piratenpartei, Christian Engström, gestern in seinem Blog veröffentlichte:

”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we can get them to start blocking file sharing sites”. […] ”One day we will have a giant filter that we develop in close cooperation with IFPI and MPA. We continuously monitor the child porn on the net, to show the politicians that filtering works. Child porn is an issue they understand,” Johan Schlüter said with a grin, his whole being radiating pride and enthusiasm from the podium.

Bringen sie mir einen Eimer, ich muß kotzen!

(via Netzpolitik.org)