Whiskyforumstreffen

Am vergangenen Wochenende stand das Einstein in Husum ganz im Zeichen eines Whiskyforumtreffens, bei dem neben mir und einigen anderen „Malt-Noobs“ auch richtige Kenner antraten. Einstein-Wirt Albert, der bereits fast 600 Tastings in seiner Kneipe durchgeführt hat, mußte sich also ganz besondere Leckerlies für seine Gäste ausdenken.

Und das ihm ohne Zweifel gelungen:

  • Balvenie 17 Jahre, Islay Cask
  • Edradour 1989/31.1.2004, 56,8%, Cask 359, Bottle 15 of 525
  • Benrinnes, 30.12.1972/02.1996, Abfüllung Scotch Malt Whisky Society
  • Glenfarclas, 30 Jahre, Originalabfüllung
  • Ardbeg „Lord of the Isles“, 25 Jahre

Da ich eine kleine „Torfnase“ bin, haben mir der Balvenie und der Ardbeg am Besten gemundet. Die anderen Tropfen sind natürlich auch nicht schlecht, doch für mich muß ein Whisky Torf, Rauch und Malz im Geschmack haben, Pfeffer und (Meer-)Salz dürfen auch sein, aber allzu starke Sherry-Bomben überspielen diese Noten. Bestes Beispiel dafür ist der „Dark Sherry“ aus meiner Lieblingsdestille Bruichladdich (mit Webcams), ich habe beim Tasting des Husum Malt Whisky Table diesem Whisky vorgeworfen, er würde seine Herkunft verleugnen, dieses Statement wurde aber leicht abgewandelt in „Die Islay-Herkunft ist nicht offensichtlich“. Der „Dark Sherry“ hatte trotz meiner fast vernichtenden Benotung das beste Ergebnis aller bisher verkosteten Whiskies bekommen: 19,6 von 20 möglichen Punkten. Soviel nur zu den verschiedenen Geschmäckern in puncto Whisky.

Die Whiskies, die Albert servieren ließ, waren alle hochwertige Raritäten, keine Flasche ist unter 100 € zu bekommen, manche sogar nur weit darüber. Es war also eine einmalige Gelegenheit, sie einmal preisgünstig zu probieren. Darüber hinaus hatten auch zwei der Gäste Überraschungs-Malts mitgebracht:

  • Dallas Dhu, 26.11.1975/18.8.2004, Cask 2325, Bottle 17 of 308 Waldhaus am See
  • Strathisla 7.11.1963/7.11.2003, 57,7%, Old train Line

Der Dallas Dhu war leider nicht so mein Fall (siehe oben), aber der Strathisla war absolute Spitze. Den 40-jährigen Whisky, der mittlerweile so rar ist, dass die Flaschen mit 700 – 1000 € gehandelt werden, hatte sich das Forenmitglied zum 40. Geburtstag geleistet, um ihn mit besonderen Menschen zu trinken, ich danke dir, Stefan, dass ich dazugehören durfte.

Nach dem „offiziellen“ Teil gönnte ich mir noch einen Glen Scotia 14yo, einen Lagavulin Destillers Edition „Pedro Ximénez“ und einen Bruichladdich 12yo. Der Lagavulin ist ein Beispiel dafür, dass ein im Sherry-Fass nachgelagerter Islay-Whisky seine Herkunft nicht verleugnen kann.

Ausführliche Tasting-Notes kann ich leider nicht bieten, der Abend war einfach zu gemütlich, um seine Eindrücke niederschreiben zu können. Menschen zu treffen, die man nur online kannte, ist für mich immer eine spannende Sache. Trotzdem ich ja viel im Internet unterwegs bin, freue ich mich immer, meinen Kontakten im „Real-Life“ zu begegnen. Danach kann man auch online viel besser miteinander umgehen, finde ich.

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