Thank Goth It’s Friday!
Siouxsie And The Banshees – Christine (1980)
Monat: April 2011

Heute stelle ich euch eine Band vor, die ich auf meinem Free-Music-Contest-Jury-Zettel notiert hatte, die es aber leider nicht auf den Sampler schaffte. Im Spätsommer 2005 als Studentenband in Hamburg gegründet, erklommen Remote Controlled nach kurzer Eingewöhnungsphase schon Anfang 2006 die ersten Bühnen der Stadt. In bester akademischer Tradition plagiierten sie Anfangs erfolgreich bewährte Rocksongs aus den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Lukas (Vox, Git), Martin (Vox, Drums), Stoff (Git) und Chris (Bass) wurde jedoch schnell klar, dass das Publikum eigenes Material hören möchte. So entstand im Laufe des Jahres, neben weiteren Auftritten die erste, selbst produzierte Demo-EP mit neuen Songs, die unter dem Namen des Titelsongs „Demise in Virtuality“ Anfang 2007 das Licht der Welt erblickte. In der folgenden Zeit kehrten einige Bandmitglieder ihrer Alma Mater den Rücken, und kamen im Ernst des Lebens an. Klar wirkte sich das auf die Musik aus, neue Songs wurden schwerer und härter. Schließlich entstand daraus das erste LP-Album, „Torture Trip„, Mitte 2009. Die musikalische Reise wird aber nicht zur Tortur, sondern man bewegt sich im Zirkel zwischen (Post-)Punk, Progressive Rock und Metal, mit intelligenten Gitarren-Riffs und ansprechenden zweistimmigen Gesangspassagen. Dazu liefern variantenreiche Drums und lässige Bass-Linien rhythmische Gerüst. Das Ticket für diesen Trip kann kostenlos bei Jamendo oder Bandcamp gelöst werden, denn die Musik von Remote Controlled steht unter der Creative-Commons-Lizenz by-sa. Die CD ist für nur 5 Euro bei Bandcamp erhältlich.
Nach dem musikalischen Baby folgte echter Nachwuchs, so dass die Band sich in der Folgezeit vor allem der kreativen Arbeit widmete und ihre Live-Aktivitäten zurückfuhr. Derzeit arbeitet Remote Controlled an neuem Material, das sie bald live präsentieren möchten. Wir dürfen gespannt sein.
Remote Controlled im Netz: Bandcamp | Facebook | Jamendo | Myspace
This Mortal Coil – Sixteen Days/Gathering Dust (1983)
David Rovics im Land-Art am 02. April 2011:
Der Sänger erklärte während des Konzertes, dass er einen großen Teil seiner Popularität hierzulande der Piratenpartei Deutschland verdankt, aufgrund dieses Videos, das seinen Song „Black Flag Flying“ verwendet und über 100.000 mal angesehen wurde.
Gespielt hat er einge Songs seines letzten Albums „The Big Red Sessions“ wie „Cordova“, „Tunesia 2011“, „I’m A Better Anarchist Than You“, „Burn It Down“, aber auch ältere Stücke wie „Life Is Beautiful“, „Pirates Of Somalia“, „Operation Iraqi Liberation (OIL)“ oder eben „Black Flag Flying“.





Alle Bilder von mir, CC by-nc-sa.

Meine lieben Freunde der freien Musik, heute ist ein ganz besonderer Tag, aber ich möchte euch keine fade April-Scherz-Geschichte unterjubeln a la „Dieter Bohlen hat sein gesamtes Werk unter Creative Commons gestellt“ oder so, sondern den ersten Jahrestag des Free-Music-Friday feiern. Am 02.04.2010 ist in meinem Weblog die erste Ausgabe mit Botany Bay erschienen, die ja nun leider der Free-Music-Szene „Adieu“ gesagt haben.
Aber zur Feier des Tages stelle ich heute einen Künstler vor, der eigentlich keiner Vorstellung bedarf: David Rovics, der wohl schon auf jeder Internetpublikation erwähnt wurde, die sich mit freier Musik befaßt, nur eben bei mir nicht. Wer von dem politischen Singer/Songwriter noch nichts gehört hat, den verweise ich auf die Wikipedia.
Das Gesamtwerk umfaßt 200 Lieder, die man bei Soundclick kostenlos herunterladen kann. Das jüngste Werk „Big Red Sessions„, das sich ganz nach Rovics-Art mit verschiedenen politischen Themen beschäftigt, wie Bradley Manning oder die Revolution in Tunesien, ist am 28. Februar 2011 nur als Download-Album erschienen. Im Vorfeld hatte David bereits 6.000 $ an Spenden einnehmen können, so dass aus einem Song, den er aufnehmen wollte („Song For Bradley Manning“) schließlich 13 wurden.
Außerdem möchte ich die Europa-Tour erwähnen, die gestern in London gestartet ist und David auch für ein paar Termine nach Deutschland führt:
02.04.2011 – Land-Art, Havetoftloit
05.04.2011 – Werner-Block-Schule, Berverungen
08.04.2011 – Saalbau Gutleut, Frankfurt/Main
09.04.2011 – Prisma, Heidelberg
10.04.2011 – Alter Wartesaal, Köln
21.04.2011 – Cafe Sibylle, Berlin
23.04.2011 – Kamels Eck, Saarbrücken
Übrigens begrüßt es David Rovics ausdrücklich, wenn seine Konzerte mitgeschnitten (Audio & Video) und im Netz verfügbar gemacht werden.
David Rovics im Netz: Archive.org | Facebook | Justin.tv | Myspace | Twitter