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Radio-Tipp: „Streit um das Urheberrecht – Wie können Künstler entschädigt werden?“

NDR-Info sendet heute ab 20:30 Uhr in der Reihe „Das Forum“ einen halbstündigen Beitrag zum Thema „Streit um das Urheberrecht – Wie können Künster entschädigt werden?„:

Deutschland hat seit Mitte der 60er- Jahre ein Urheberrecht. Dieses Recht soll geistiges Eigentum schützen, zum Beispiel die Texte von Schriftstellern und die Kompositionen von Musikern. Damit ist beabsichtigt, die Urheber an der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Werke teilhaben zu lassen. Kopieren und Verbreiten fremder Werke ist ausdrücklich verboten. Doch mit PC und Internet sind die Rechte der Urheber bedroht. Illegale Tauschbörsen sorgen dafür, dass Raubkopien gezogen werden. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden.Wie können die Rechte der Urheber geschützt werden? Durch eine Kulturflatrate, wie sie auch in anderen Ländern diskutiert wird?

NDR-Info kann als Livestream empfangen werden, außerdem wird die Sendung nach Ausstrahlung als Podcast bereitgestellt werden.

Update: media.ndr.de/download/podcasts/podcast2990/AU-20100305-0920-4001.mp3

Auf Wiedersehen, Vorratsdatenspeicherung

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Creative Commons License photo credit: phtgrphy

War der 02.03.2010 nun ein großer Tag für die Bürgerrechte oder nicht? Nach dem ersten Jubel über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über „meineVerfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung (VDS), konnte man auch leisere, kritischere Töne, wie von Thomas Stadler hören, denn das BVerfG hat „nur“ die vorliegende Form der Gesetzgebung für nichtig erklärt, jedoch nicht, dass von deutschem Boden nie wieder eine Vorratsdatenspeicherung ausgehen dürfe.

Der Bundesinnenminister möchte nun auch ganz schnell ein neues Gesetz ausarbeiten, denn die Polizei warnt schon vor Sicherheitslücken, doch die Justizministerin – selbst Beschwerdeführerin gegen die VDS – sieht keinen Grund zur Eile. Die Internetwirtschaft hält die Vorgaben gar für nicht umsetzbar. Jede Lobbygruppe hat eben ihre eigene Sichtweise.

Am Treffendsten hat es wohl die Süddeutsche zusammengefaßt (Zitat via Burks‘ Blog):

„Der Jubel der Beschwerdeführer ist berechtigt, muss aber doch im Hinblick auf die mittel- und langfristigen Folgen im Hals stecken bleiben. Die Beschwerdeführer haben gewonnen, aber nicht gesiegt: Zum ersten Mal wird vom Karlsruher Gericht die Speicherung von Daten auf Vorrat zu noch unbestimmten Zwecken für zulässig erklärt, ohne dass es einen konkreten Anlass oder gar einen Verdacht geben muss. (…) Die Richter riskieren den Konflikt mit der EU und dem Europäischen Gerichtshof nicht. Sie warnen und drohen: Bis hierher und nicht weiter. Das reicht nicht mehr.“

Insofern muß es nicht „Tschüß, Vorratsdatenspeicherung“ heißen, sondern „Auf Wiedersehen…“. Wir werden dich auch gebührend in Empfang nehmen. 😉

Steuer gegen Armut

Es könnt‘ alles so einfach sein, is‘ es aber nicht.“ Diese Zeilen von den Fanta4 kamen mir spontan in den Sinn, als ich zum ersten Mal das Video mit Jan Josef Liefers und Heike Makatsch zur Transaktionssteuer gesehen habe.

„Eine kleine Steuer auf den Handel mit Finanzvermögen würde jährlich Milliarden Euro einbringen und könnte somit helfen, Armut und Hunger in der Welt zu bekämpfen, endlich etwas gegen den Klimawandel zu tun und hierzulande soziale Gerechtigkeit zu schaffen.“

Es gibt dazu eine zweigeteilte Kampagne, einmal eine internationale Petiton an die Regierungschefs der G20 und einen offenen Brief an die Chefs der Regierungsparteien in Deutschland.

Einer der Parteichefs, Horst Seehofer von der CSU, steht der Transaktionssteuer schon wohlwollend gegenüber, so letzte Woche beim politischen Aschermittwoch:

Mit dem Sozialpolitiker Seehofer fiel der CSU-Aschermittwoch so arbeitnehmerfreundlich wie noch nie aus. Vor allem bekamen die Boni-Banker ihr Fett weg. „Wer zocken will, soll ins Spielcasino gehen“, forderte er und stellte der Finanzbranche gleich zwei Strafmaßnahmen in Aussicht: zum einen eine Finanz-Transaktionssteuer auf europäischer Ebene und einen „nationalen Beitrag der Finanzbranche“ zur Wiedergutmachung des angerichteten Schadens.

Wäre doch schön, wenn es so einfach wäre, oder?

steuergegenarmut