Schlagwort: Piratenpartei

Ungewöhnliche Dinge erfordern ungewöhnliche Maßnahmen

Einer meiner All-time-favourite-Blogger ist der Pantoffelpunk, unter anderem deshalb, weil er die Gabe besitzt, mit einem Bild mehr zu sagen, als andere Blogger mit 1.000 Worten.

Heute aber nahm der Pantoffelpunk das Thema „Piratenpartei und Bodo Thiesen“ zum Anlaß, statt Photoshop gleich den WordPress-Editor anzuschmeißt und seinem Unmut in satten 1.987 Wörtern Luft zu verschaffen. Heraus kam der meiner Meinung nach beste Beitrag zu dieser Geschichte, aber auch zu den Motiven, in die Piratenpartei einzutreten:

Der Partei fehle es also an Konzepten zu Wirtschaftspolitik, Gesundheitspolitik, zu Sport- und Genderpolitik, zur Europa-, Umwelt-, Familien- und zur Politikpolitik. Ja, leck mich doch dobbelt am Arsch, wer sind wir denn? Die Grünen? Ich habe meinen Mitgliedsantrag abgegeben, um für Grundrechte und Meinungsfreiheit einzutreten. Gegen die totale Überwachung und die totale Erfassung der Bürger. Dafür, dass ich sagen kann, was ich will, dass ich schreiben kann, was mir stinkt, dass ich demonstrieren kann, ohne weggeknastet oder verkloppt zu werden, dafür dass ich selbst über die Speicherung meiner Daten bestimmen kann, dafür, dass ich unbeobachtet über die BAB7 in den Urlaub fahren kann, ich der pantoffelfrau Schweinkram in den Hörer flüstern kann, ohne im Hinterkopf zu haben, dass sich irgendein BKAler mit Kopfhörer darauf einen schüttelt. Für mein Recht, etwas zu verbergen. Dafür, dass ich mich informieren kann, wo ich will, ohne nach der Lektüre Adornos Besuch von der GSG 9 und die Abgabe einer DNS-Probe fürchten zu müssen. Dafür, dass ich auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann, obwohl mir Begriffe wie ‘Gentrifikation’ geläufig sind und ich unfallfrei ein Buch bedienen und sogar weiß, wo ich eines herkriegen kann. Es geht bei den Piraten doch nicht darum, von 2010 bis 2014 allein zu regieren und die verdammte Welt zu retten – es geht darum, mit viel Glück ein paar Piraten in den Reichstag zu bekommen, die den etablierten Lobbymarionetten zeigen, wo die Wurst wächst, es geht darum, Aufsehen zu erregen, in den Medien präsent zu sein, die Wahrheit zu verkünden und die Lügen der geliebten Bundesregierung zu entlarven. Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten. Anderes zu glauben – so naiv bin nicht einmal ich. Aber über die Verlogenheit dieses korrupten Haufens reden und schreiben und dagegen demonstrieren und sich organisieren zu können, ohne Zensur, den Vorschlaghammer des §129 oder andere Sanktionen der mittlerweile völlig entrückten Staatsmacht fürchten zu müssen, das ist doch elementar wichtig.

Und um diesen Kampf nicht nur mit einem blog zu führen, das kaum jemand kennt (danke für die Blumen, liebe lanu), sondern vernetzt mit Gleichgesinnten, dies war mein hauptsächlicher Beweggrund, die Mitgliedschaft bei den Piraten zu beantragen.

Word und Ahoi!

Hart am Gegenwind

Manchmal hört man auch nur, was man hören will. Aus:

Wir wollen allen Leuten, denen unsere Themen wirklich sehr, sehr wichtig sind, die Möglichkeit bieten sich zusammen zu tun, egal ob sie aus dem eher linken oder eher rechten Lager kommen.

wird:

Wir wollen allen Leuten, denen unsere Themen wirklich sehr, sehr wichtig sind, die Möglichkeit bieten sich zusammen zu tun, egal ob sie aus dem eher links- oder eher rechtsextremen Lager kommen.

Das Ursprungszitat stammt von Jens Seipenbusch, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Piratenpartei Deutschland.

Wie schrieb Sascha Lobo so treffend:

Wenn dieser Gegenwind von Euch nicht ertragen wird, dann wird es sehr, sehr schwer für Euch in der Politik und den Medien.

Und wie man sieht beschränkt sich der Gegenwind nicht nur mehr auf den Parteinamen oder das übersichtliche Parteiprogramm, sondern es wird jede Aussage, die von einem Piraten getätigt wird, aus dem Zusammenhang gerissen und auf die Goldwaage gelegt. Am Ende bleibt dann hängen, „Die Piratenpartei nimmt auch Faschos auf.“ Stille Post 2.0. Es gibt überall Volltrottel.

Überwältigende Resonanz beim 1. Stammtisch der Piratenpartei in Flensburg

Gestern fand in Flensburg der 1. Stammtisch der Piratenpartei statt, organisiert von Anicatha. Ani rechnete mit 5-6 Teilnehmern, es wurde aber schnell klar, dass der zur Verfügung stehende Platz im Porticus nicht ausreichen würde, denn es wurden über 20, darunter auch der harte Nordblog-Kern (zu dem ich auch Ani zähle) Frauke, Mathias, Rowi und ich. Von „offizieller Seite“ war der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holstein, Klaus Petersdorf aka Elcon, aus Kiel angereist, der auch die Hauptarbeit erledigen mußte und den Teilnehmern Rede und Antwort stand.

8 der Teilnehmer kamen als Sympathisanten und gingen als waschechte Piraten, darunter auch ich. Das war aber keine spontane Entscheidung, sondern ich hatte eine Beitrittserklärung ausgefüllt zuhause liegen und auch dort gelassen. Also habe ich kurzerhand eine neue Beitrittserklärung ausgefüllt und bin nun Mitglied der Piratenpartei.

Am übernächsten Wochenende, dem 04. und 05. Juli 2009, findet in Hamburg übrigens der Bundesparteitag der Piratenpartei statt, ich kann aber leider nicht daran teilnehmen, die Veranstaltung scheint aber auch ausgebucht zu werden.

Nun werde ich erstmal eine Piraten-Kategorie im Blog einrichten, damit ich mich beim Piraten-Planet anmelden kann.