Tag: 19. Januar 2009

19 km/h

19 km/h: Soviel betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit auf meinem heutigen Arbeitsweg. Das mag für einen Radfahrer ein akzeptabler Wert sein, aber ich fahre Autobahn. Ich bin also um 6:20 Uhr aus dem Haus gegangen und kreuzte dieses Ereignis meinen Weg:

Der erste Unfall ereignete sich um 04.38 Uhr zirka 1,5 Kilometer vor dem Rastplatz Hüttener Berge: Der 44-jährige Fahrer eines Kleintransporters (sog. Sprinter) kam beim Überholen eines Lastzuges in Schleudern, geriet zunächst an die Mittelleitplanke, dann gegen die Außenleitplanke und wurde anschließend auf dem Hauptfahrstreifen vom Lastzug erfasst. Der Sprinter-Fahrer wurde in das Krankenhaus Rendsburg verbracht.

Zwei nachfolgende PKW konnten vor der Unfallstelle rechtzeitig zum Stehen kommen. Ein weiterer nachfolgender Sprinter fuhr auf die stehenden PKW auf und beschädigte diese erheblich. Insgesamt ist ein Sachschaden in Höhe von etwa 50.000 Euro entstanden.

Bei diesem Unfall ist die Fahrbahn durch Öl so verschmutzt worden, dass sie durch eine Spezialfirma gereinigt werden musste. Die Fahrbahn konnte erst um 10.00 Uhr wieder vollständig freigegeben werden. Bis dahin hatte sich zeitweise ein Rückstau bis zu sechs Kilometern gebildet. (Polizeipresse)

So benötigte ich für die Strecke, die ich sonst in ungefähr 25 Minuten bewältige, 1 Stunde und 41 Minuten! Das ist doch ein Wochenstart nach Maß, oder? 😉

Die Piratenpartei – Die Grünen 2.0?

Hessen hat gewählt und alle schauen auf den alten und neuen Ministerpräsidenten Roland Koch, den neuen Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel und die als Fraktionsführerin zurückgetretene Andrea Ypsilanti. Alle? Nein, da schauen natürlich noch welche auf die Grünen, die ihr bestes Ergebnis in einem Flächenland erreichten und den neuen Regierungsjuniorpartner FDP. Ach ja, und die Linke, denen die „Ypsilanti-Sache“ weder genutzt noch geschadet hat, ist ja auch noch da.

Im Vorfeld der Hessen-Wahl ist aber eine ganz andere Partei in meinen Fokus gerückt: Die Piratenpartei, die ihre Inhalte in der modernen Informationsgesellschaft gefunden hat, Stichwort „Stasi 2.0„.

Piratenparteien setzen sich die Aufgabe, Rechte an immateriellen Gütern zu reformieren, da in deren Austausch der eigentliche Wert liege. Außerdem soll der, nach Ansicht der Piratenparteien, nahe rückende Überwachungsstaat verhindert werden. Andere oder damit nur indirekt verbundene politische Themen sollen laut Parteiprogramm ausgeklammert werden, um die Ziele der Partei nicht zu verwässern. Kräfte innerhalb der Partei streben allerdings ein breiteres Themengebiet für die Partei an. (Quelle: Wikipedia)

Da die Piraten von ihrem Ausguck aus keine Regierungsbeteiligung erspähen können, beschränken sie sich darauf, eine Themenpartei zu sein und alle weiteren politischen Fachbereiche auszuklammern. Die Grünen waren ja zunächst auch nur für Umweltfragen zuständig. So könnte dann die Piratenpartei dereinst mal das Bundesministerium für Verbraucher – und Datenschutz übernehmen. Wer hätte schließlich vor 1985 geglaubt, die Grünen würden mal einen Minister stellen?

Davon ist die Piratenpartei aber noch mindestens 4,47%, so groß war ihr Rückstand auf die 5%-Hürde bei der gestrigen Landtagswahl in Hessen. Anders gesagt, konnte sie 0,53% der Stimmen vereinnahmen (ab 1% hätte es Wahlkampfkostenerstattung gegeben). Das nächste Etappenziel ist aber, bei der Bundestagswahl im September 0,5% zu erreichen, denn in dem Fall gibt es Wahlkampfkostenerstattung aus der Staatskasse. Vorher müssen die Piraten allerdings noch Unterschriften sammeln, um überhaupt zur Wahl antreten zu können. Wer auf diese Weise unterstützen möchte, der sollte die entsprechende Webseite besuchen. Wäre doch nicht schlecht, wenn man bei der Bundestagswahl ein Zeichen gegen den Überwachungsstaat und blinde Internetzensur setzen könnte. Wen will man denn sonst auch guten Gewissens wählen?

Wer der Meinung ist, es würde nichts bringen eine der kleinen Parteien zu wählen, dem sein entgegnet, „besser als überhaupt nicht wählen“ und der interessante Artikel im Piratenparteinahen Blog Kontroversen ans Herz gelegt: „Irrtum der Woche: Eine Stimme für die Piratenpartei ist eine verschenkte Stimme!„. Vielleicht schaffen die Piraten tatsächlich ein Karriere, wie sie die Grünen hingelegt haben. Es wäre unserer Gesellschaft zu wünschen.

Ãœbrigens gibt es auch schon einen Landesverband Schleswig-Holstein.