Die Kohle fällt nach oben

Schockwellenreiter Jörg Kantel findet deutliche Worte zur Volksverarsche Bankenkrise:

Hypo Real Estate erhält erneut zehn Milliarden Euro Garantien: Damit wächst die Summe der Kapitalhilfen und der staatlichen Garantien für den schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierer auf insgesamt 102 Milliarden Euro. Aber in Berlin-Neukölln fehlt das Geld für Sozialpolitik und Infrastrukturmaßnahmen an allen Ecken und Enden. Aber wir Neuköllner sind ja auch nur Abschaum und keine Bankmanager. Dabei ist es doch eigentlich umgekehrt. (via, Hervorhebung von mir)

Dazu – quasi als Untermauerung der Abschaum-These – paßt auch die Meldung, dass die schweizer UBS-Banker die erhaltenen Staatshilfen für großzügige Boni-Zahlungen nutzen wollen. Aber so ist das im Kapitalismus, Leistung muß sich lohnen.

  • aristokitten

    Ich ärgere mich auch über solche Meldungen...aber ganz so einfach ist es ja leider nicht. Die Finanzkrise ist ins Rollen gekommen, weil die Lehman Bros, die man pleite gehen ließ, der erste Dominostein war. Deswegen wird seitdem vermieden, Banken pleite gehen zu lassen weil jede weitere ähnlich einer Email-Bombe tausende weitere Baustellen aufreißen würde. Im Falle der Hypo Real Estate z. B. im privaten Immobilienfinanzierungsbereich. Also, das kann's nicht sein...die einzige Lösung ist meines Erachtens nach: Strengere REgeln, Fesseln und knebeln im übertragenen Sinne, meinetwegen Verstaatlichung, auch egal. Aber so geht's nicht mehr.

  • Micha

    Das Schlimme ist ja, dass die Verantwortlich nichts gelernt zu haben scheinen. Ich habe in der "Schleswig-Holstein am Sonntag" einen Kommentar von Hans-Hermann Tiedje gelesen, in dem er sich gegen die Begrenzung der Managergehälter auf 500T€ ausgesprochen hat (was in Deutschland ja Voraussetzung für Staatshilfe ist). Die ganzen Top-Manager (Etwa die, die die Finanzkrise zu verantworten haben?) würden dadurch aus dem Land getrieben und nur die "Nieten in Nadelstreifen" (Aha.) würden hier bleiben. Verglichen hat er es meiner Meinung ziemlich dämlich, nämlich mit dem Fußball. Wenn man die Gehälter der Fußballprofis auf 500.000 € p. a. begrenzen würde, dann würden keine Stars mehr nach Deutschland kommen und die guten deutschen Spieler würden auch ins Ausland gehen, wenn sie bessere Angebote bekämen. Aber wieviele bekommen schon solche Angebote, außer Ballack?

  • Schaps

    Es ist echt ätzend. Und auch unverständlich. DIe Prioritäten sind eindeutig falsch gesetzt. Nur ist es eben auch ein Problem wenn die Bankenwelt zusammenbricht. Das würde das Fundament unserer Gesellschaft stark erschüttern. Ich würde es aber zB auch befürworten jegliche Subventionen abzubauen und endlich mal in die Bildung zu stecken. Es gibt genügend unnötige Ausgaben in jeder Ecke des Staates.

  • Micha

    Das ist auch so ein Thema, die Steuerverschwendungen, die alle Jahre wieder vom Bund des Steuerzahler angeprangert werden. Dieser Pranger hat aber in etwa die abschreckende Wirkung von rosa Plüschhandschellen. Und auch hier gilt, irgendjemand macht seinen Schnitt.

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