Merry Christmas, Wahl is over

Mit gemischten Gefühlen stelle ich fest, dass der Wahlkampf vorbei ist. Heute abend wird die Schleswiger Piraten-Crew die Wahlplakate in der Stadt abhängen und dann wahrscheinlich noch mit einem Feierabendbier das endgültige Ende des Superwahljahres 2009 begießen.

Was bleibt? Obwohl wir noch immer auf die ersten Land- und Bundestagsmandate warten müssen, brauchen wir uns hinter dem Ergebnis nicht zu verstecken. Wir haben weiter zugelegt und erreichten im Bund 2,0% und im Land Schleswig-Holstein 1,8% – eine klare Verdoppelung im Vergleich zur Europawahl (0,9%).

In Schleswig, wo wir den größten Teil des Wahlkampfes mit Infoständen und Plakaten veranstaltet hatten, lagen wir im Bundesdurchschnitt, zur Europawahl waren wir noch knapp drunter:

Zwar trat eine Vielzahl an Parteien bei der Bundestagswahl an, doch die Schleswiger Wähler beeindruckte das nicht. Von den kleinen Parteien konnten lediglich die „Piraten“ einen Achtungserfolg erringen. Sie kamen auf zwei Prozent der Stimmen. Keine Chance hatten die rechten Parteien NPD und DVU, die gemeinsam auf ein Prozent der Stimmen kamen. (Quelle: sh:z; Hervorhebung von mir.)

Die Anzahl der Wähler konnte im Stadtgebiet im Vergleich zur Europawahl mehr als verfünffacht werden, von 47 auf 247 Stimmen, ein Plus von 425%. Zur Landtagswahl waren es immerhin noch 190 Stimmen (+300%), da haben wir wohl an den SSW abgeben müssen.

In meinem Wahlkreis habe ich 1,5% aller Erststimmen bekommen. Die Spanne reicht dabei von 0,0% in Dollrottfeld und Lottorf bis zu 3,4% in Dörpstedt. Wir konnten leider mit unseren bescheidenen Mitteln nicht überall gleichermaßen vertreten sein. Am Abend habe ich (links im Bild) mir die eintreffenden Wahlergebnisse im Kreishaus in Schleswig eine Zeit lang angeschaut (Foto: sh:z):

wahl2009-1

Mit dabei waren u. a. auch die Direktkandidaten Birte Pauls (SPD, rechts im Bild), Jan Hundsdörfer (SSW, Dritter von rechts) und Heike Franzen (CDU, Vierte von rechts). Frau Pauls mußte das Direktmandat im Wahlkreis 7 (Schleswig) Herrn Callsen von der CDU überlassen, kommt aber über die Landesliste in den Landtag, Frau Franzen gewann den Wahlkreis 6 (Schleswig-Nord) direkt.

Ãœbrigens gelang es Dr. Wolfgang Wodarg (SPD) trotz piratiger und grüner Hilfe leider nicht, sein Direktmandat für die Bundestagswahl zu verteidigen und er gehört damit nach 15 Jahren dem Deutschen Bundestag nicht mehr an. Das ist ein echter Verlust, denn Wodarg ist ein Politiker, der seinem Gewissen nach entscheidet und als „grünster“ und „piratigster“ SPD-Mann gilt. Er hatte als einer von nur drei SPD-Abgeordneten gegen das Zugangserschwerungsgesetz gestimmt und sich zuletzt gegen die flächendeckende Impfung gegen den Schweinegrippererreger stark gemacht, die er als „Geschäft mit der Angst“ bezeichnet hatte.

Nochmal übrigens haben wir im Fernduell die Grünen klar geschlagen, die kamen bei ihrer ersten Bundestagswahl im Jahre 1980 nämlich nur auf magere 1,5%. Ätsch! 😛

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